„Überhaupt ist es in der Liga wichtig, dass man versucht, erstmal die Dinge zu suchen, die man selbst hätte besser machen können“, macht SGB-Trainer Daniyel Cimen klar, und spricht das 1:2 gegen Balingen an: Gerade, als die Schlussoffensive gestartet werden sollte, klingelte es hinten. „Wir haben dreimal die Möglichkeit, zu klären. Das war in der Nachbetrachtung einfach nicht gut verteidigt“. Auch das erste Gegentor musste sich die Barockstadt ankreiden, zumindest deshalb, weil Arlind Iljazi völlig unnötig den Gegner auf dem Weg zum Seitenaus anging. Aber: Schon im Stadion hatten einige ihre Zweifel, was das Foul anging. „Wir haben mehrere Perspektiven angeschaut und es war kein Kontakt da“, hadert Cimen und ergänzt: „Momentan ist das halt maximal ärgerlich, dass gewisse Entscheidungen so getroffen werden. Aber Arlind muss da nicht hingehen, der Gegner macht es dann leider clever und der Schiedsrichter fällt darauf rein. Es bleibt eine Teilschuld bei uns“.
Überhaupt hätte sich Schiri Torben Huss sicher ein glücklicheres Regionalliga-Debüt gewünscht – und war dann gefordert, fast direkt vor der SGB-Bank das Einsteigen von Ivo Colic in Richtung Knöchel von Tim Korzuschek nach etwa einer Stunde zu ahnden. Es blieb bei Gelb, und keiner verstand mehr die Welt: „Das war eine Situation, in der man über die Rote Karte eigentlich nicht mal mehr diskutieren kann“, schimpft Cimen: „Zum Glück hat Tim seinen Fuß noch hochgezogen, sonst reden wir heute womöglich über eine schwere Verletzung“. Die TSG erkannte es und wechselte Colic sofort aus.
Klar ist dem Trainer nach der dritten knappen Niederlage im dritten Spiel – und schon drei Elfmetern gegen die SGB – vor allem eines: „Wir wollen nicht meckern, sondern werden hart arbeiten. Die Art und Weise war wieder okay, wir stehen defensiv gut und haben wieder nicht die Masse an Torchancen zugelassen. Aber in der Konsequenz reden wir über Schlüsselmomente, Kleinigkeiten, die uns nicht in Panik verfallen lassen, aber mit denen wir brutal bestraft werden im Moment“. Genau eine solche Phase hatte es nach der Winterpause der Vorsaison schon gegeben: Monatelang kein Sieg, dann kam Iljazi und schoss die SGB zu einem 1:0 gegen Freiburg II. Genau ein solches Spiel bräuchte es nun auch. Einfach gesagt: „Wir müssen einfach mal ein Tor mehr schießen als der Gegner“, zahlt Cimen ins Phrasenschwein, erklärt aber weiter: „Wir hoffen, dass solche 50:50-Entscheidungen wegfallen. Aber die Jungs machen einen konzentrierten Eindruck und versuchen, die Dinge umzusetzen, die wir verlangen“. Seine Worte klingen nicht so, als wäre sofort noch ein Ersatz für Niklas Antlitz im Anmarsch, den die Barockstadt nach Aalen abgegeben hatte.
„Jetzt wollen wir natürlich für das ganze Wohlbefinden auch mal ein Erfolgserlebnis einfahren“. Nach Balingen folgt der nächste Aufsteiger: Am Samstag geht es für die SGB zu Schott Mainz.
