Durch viel Hitze und Trockenheit würden vor allem die Bäume anfälliger für Schädlinge werden, etwa den sehr bekannten Borkenkäfer. „Durch den Wassermangel vertrocknen die Bäume und das führt dazu, dass sie nicht mehr so gut gegen schädliche Insekten und andere Gefahren geschützt sind“, erklärt der Förster aus Kalbach: „Dieses Jahr hatten wir deutlich weniger Borkenkäferbefall als sonst. Die wenigen, die wir hatten, konnten wir gut abschöpfen.“ Besonders die Fichten würden stark unter dem Käfer leiden. Aber nicht nur Insekten seien eine Gefahr für die Bäume, auch Krankheiten- und Pilzbefall würden die Pflanzen stark schädigen, berichtet er weiter: „Bei der Buche haben wir beispielsweise die Buchenkomplexkrankheit.“ Dabei handle es sich um einen schweren Pilzbefall, der die Laubbäume befalle und stark schädige. Gerade die Sommer in diesem und im vergangenen Jahr wären deutlich feuchter als noch in den vorherigen Jahren gewesen, was den Wäldern im Landkreis sehr gutgetan hätte, sagt der Förster: „Seit den beiden Problemsommern 2019 und 2020 erholt sich der Wald wieder.“ Tatsächlich habe es im Fuldaer Wald im Vergleich zu anderen Regionen weniger Schädigungen gegeben. Nicht nur dem Bestandswald, sondern auch den jungen Bäumen hätte das geholfen: „Das haben wir im Frühjahr schon gemerkt. Wir haben auch noch deutlich Feuchte vom Winter gehabt.“
Das ist nicht zuletzt der guten Arbeit der Förstereien im Landkreis zu verdanken, denn gegen die Hitze und die Trockenheit setzen diese seit Jahren schon verschiedene Konzepte durch. „Wir sorgen zum Beispiel dafür, dass es nicht mehr nur eine Schicht Bäume gibt“, erläutert Bernhardt: „Unter den Nadelbäumen legen wir auch Laubbäume an. So bleibt die Feuchtigkeit im Boden besser erhalten.“ Außerdem soll dieses Schema dazu führen, dass Wind nicht so stark die Kühle aus dem Wald trage, führt er weiter aus. Im Landkreis Fulda gibt es zehn Forstreviere mit jeweils etwa 1700 Hektar Wald. Den Hauptanteil bilden dabei Mischwälder aus Nadel- und Laubbäumen. Besonders Kiefern und Fichten seien hier stark vertreten, aber auch Buchen und Eichen. Zusätzlich seien spezielle Bewässerungssysteme eingebaut worden, die das Regenwasser im gesamten Wald verteilen sollen. „Das ist auch im Sinne des Hochwasserschutzes“, ergänzt der Förster: „Da gelangt das Wasser nicht so sehr in die Bäche und die Überfluten nicht so stark.“
Doch all das helfe langfristig nicht gegen das Problem der Hitze, meint Burkhardt: „Vor allem die anhaltenden Trockenperioden setzen den Bäumen zu.“ Zwar habe es im Juli immer wieder geregnet, die Wassermenge, sei dabei aber nicht besonders hoch gewesen, räumt er ein: „Optimal wären zehn bis 15 Liter pro Quadratmeter.“ Immerhin sei es aber viel besser als noch vor einigen Jahren gewesen, betont er abschließend: „Gerade in Sachen Schadholz in den Wäldern, beobachten wir einen sehr positiven Abwärtstrend. Da sind wir an einem Tiefpunkt seit fünf Jahren angekommen.“
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