Er betont ausdrücklich, dass sich seine Entscheidung nicht gegen die SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung richtet: „Mit den Kolleginnen und Kollegen verbindet mich eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. In vielen Themen teilen wir gemeinsame inhaltliche Positionen. Für dieses Miteinander bin ich sehr dankbar.“ Die Gründe für den Austritt liegen vielmehr in inhaltlichen Differenzen mit der derzeitigen Spitze des SPD-Ortsvereins. „Wir haben über Jahre hinweg in der Gemeinde zu komplexen Themen wie den Straßenbeiträgen oder der Entwicklung des Steinbruchs der Zement- und Kalkwerke Otterbein intensive Diskussionen geführt und Kompromisse gefunden. Diese Ergebnisse werden vom Ortsvereinsvorstand nun pauschal infrage gestellt oder gänzlich abgelehnt. Auch beim Thema Grundsteuer vertritt der Ortsverein eine Position, die sich nicht an den realen Gegebenheiten orientiert. Ich hingegen stehe für eine faktenbasierte Auseinandersetzung auf dem Boden der rechtlichen Rahmenbedingungen – nicht für populistische Strömungen, die kurzfristig Beifall bringen, aber langfristig unserer Gemeinde schaden.“
Gleichzeitig unterstreicht Fritzsch, dass die Werte der Sozialdemokratie – Solidarität, Gerechtigkeit, ein friedfertiges und starkes Europa, der Einsatz gegen Verfassungsfeinde und rechtsextreme Umtriebe – weiterhin handlungsleitend für ihn bleiben: „Diese Werte prägen mich und sind auch in unserer Gemeinde jeden Tag spürbar – im Vereinsleben, im Ehrenamt und in der gegenseitigen Unterstützung.“ Als Bürgermeister sieht sich Fritzsch in der Verantwortung, unvoreingenommen und ohne Einfluss von außen zu agieren: „Im Zentrum meines Handelns stehen unsere Gemeinde und die hier lebenden Menschen. Gemeinsam mit den gemeindlichen Gremien, den Vereinen, Institutionen, Gewerbetreibenden und mit der tatkräftigen Unterstützung der Gemeindeverwaltung möchte ich die aktuellen Herausforderungen meistern, unsere Gemeinde zukunftsfähig aufstellen und sie weiterhin lebens- und liebenswert gestalten.“
Die persönliche Erklärung von Bürgermeister Florian Firtzsch in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag:
„Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich möchte Sie heute darüber informieren, dass ich meinen Austritt aus der SPD erklärt habe.
Dieser Schritt ist mir nicht leicht gefallen, da ich seit über zwei Jahrzehnten in der Partei aktiv war und viele prägende Erfahrungen dort gesammelt habe. Meine Entscheidung richtet sich ausdrücklich nicht gegen die SPD-Fraktion in unserer Gemeindevertretung und nicht gegen die SPD-Mitglieder im Gemeindevorstand. Im Gegenteil: Mit den Kolleginnen und Kollegen verbindet mich eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. In vielen Themen teilen wir gemeinsame inhaltliche Positionen, und ich bin für dieses Miteinander sehr dankbar.
Die Gründe für meinen Austritt liegen unter anderem in den anhaltenden Differenzen mit der derzeitigen Spitze des hiesigen SPD-Ortsvereins. Viel ausschlaggebender für meine Entscheidung ist jedoch: Ich möchte mein Amt als Bürgermeister in der Tat vollkommen parteiunabhängig ausüben. Bereits bei meiner Wahl Ende 2020 bin ich bewusst als Unabhängiger angetreten, auch ohne formale Unterstützung einer Partei. Dennoch wurde meine SPD-Mitgliedschaft immer wieder thematisiert. Dies möchte ich nun klar und eindeutig beenden.
Die Werte der Sozialdemokratie – Solidarität, Gerechtigkeit, ein friedfertiges und starkes Europa, der Einsatz gegen Verfassungsfeinde und gegen rechtsextreme Umtriebe – sind Teil meiner Sozialisierung. Sie prägen mich und werden mich auch künftig leiten. Diese Grundhaltungen spiegeln sich für mich gerade auch im Leben vor Ort wider: in gegenseitiger Hilfe, im ehrenamtlichen Engagement und in der Stärke unserer Vereine und Institutionen.
Mein ganzer Einsatz gilt weiterhin der Entwicklung unserer Gemeinde. Ich möchte mich unvoreingenommen und ohne Einfluss von außen für die Belange der Bürgerinnen und Bürger einsetzen – im engen Austausch mit den gemeindlichen Gremien, mit Vereinen, Institutionen und Gewerbetreibenden.
Im Zentrum meines Handelns stehen unsere Gemeinde und die hier lebenden Menschen. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung will ich die aktuellen Herausforderungen meistern, Großenlüder zukunftsfähig aufstellen und unsere Gemeinde auch weiterhin lebens- und liebenswert gestalten.“
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