Padel entstammt der Vision Don Enrique Corcueras: Der Mexikaner hob die Sportart 1969 aus der Taufe – auf einem eigens errichteten Platz in seinem Garten in Acapulco. Laut Berichten plante der Gründer einen Tennisplatz, dies ließ sich aus Platzgründen jedoch nicht umsetzen. Corcuera entschied sich für ein kleineres Feld, etwa halb so groß wie ein Tennisplatz. Für ein normales Tennisspiel war der Court jedoch zu klein. Corcuera begann zu experimentieren, veränderte wesentliche Dinge: Der Schläger wurde verkleinert, seine Beschaffenheit und die des Spielballes angepasst – Padel war geboren.
Grob vereinfacht vereint Padel das Beste aus den Sportarten Tennis und Squash und vor allem in spanischsprachigen Ländern ob seinem Spaßfaktor und dem leichten Einstieg enorm beliebt. Die Schläger sind dabei deutlich kürzer als Tennis- oder Squash-Rackets. Die Schlagfläche ist außerdem nicht klassisch bespannt, sondern besteht aus Kunststoff beziehungsweise Kohlefasern. Zur Verringerung des Luftwiderstandes ist die Fläche mit kleinen Löchern versehen. Gespielt wird mit Tennisbällen, diese haben jedoch weniger Druck als die standardisierte Variante. Außerdem wird Padel üblicherweise im Doppel gespielt, auf einem etwa 10x20 Meter großen Feld, was von massiven Glasscheiben umrundet ist – diese werden in das Spiel mit einbezogen, ähnlich wie beim Squash.
TC GW Fulda holt Padel in die Barockstadt
Das Besondere beim Padel: Absolut jeder kann es spielen und der Einstieg ist nicht schwer, insbesondere, wenn bereits Vorerfahrung in anderen Schlagsportarten besteht – „Das ist auch der Grund, warum wir uns als Tennis-Club dieses Sports angenommen haben“, erklärt Karsten Aßmann, seit 2009 erster Vorsitzender vom Fuldaer Tennis-Club Grün-Weiß: Auf der Sportanlage des Vereins entstehen drei neue Padel-Plätze, die am Sonntag feierlich eröffnet werden sollen. Bereits jetzt ist die Nachfrage groß: „Es hat sich in der Region bereits vor den ersten öffentlichen Bekanntmachungen herumgesprochen, dass wir Padel-Courts bauen", berichten Aßmann und Ulrich Marquardt, Schatzmeister des Tennis-Clubs, unisono: „Und wir können uns bereits jetzt vor Anfragen kaum retten." Marquardt, der den Bau der Courts federführend organisiert und betreut hat, ergänzt: „Bei Padel gibt es einen entscheidenden Unterschied, denn es ist auch für Einsteiger, die sich mit Rückschlagsportarten bislang noch nie befasst haben, vergleichsweise einfach zu erlernen.“
Weiterhin weisen Karsten Aßmann und Ulrich Marquardt auf einen nicht unbeachtlichen Vorteil des Padel-Sports an sich hin: „Tennis-Sandplätze sind in unserer Region in der Regel von Ende April bis Mitte Oktober bespielbar, aber die Padel-Courts sind, obwohl es sich bei uns um nicht überdachte Außenplätze handelt, ganzjährig bespielbar. Uns erreichen Berichte von anderen Anlagen, dass dort außer bei Schneefall und Eisglätte das ganze Jahr über gespielt wird." Anfängliche Gedanken an den Bau einer Padelhalle habe der Verein Aßmann zufolge daher schnell verworfen: „Wenn man die Möglichkeit hat, einen Sport Outdoor zu praktizieren, dann sollte man das auch tun."
Feierliche Eröffnung der Courts am Sonntag
Der Bau der Plätze in der Olympiastraße 10 befindet sich nun in der finalen Phase, die Eröffnung steht kurz bevor – nach gewissen Schwierigkeiten: Die Verantwortlichen des Tennis-Clubs können sich zwar über die finanzielle Unterstützung des Landes Hessen, der Stadt Fulda und des Landessportbundes Hessen freuen. „Aber die Bearbeitung der Fördergeldbewilligungen beim Land Hessen haben sich immens hingezogen“, berichtet Ulrich Marquardt: „Daher werden die Plätze nun eben erst im August fertig und nicht, wie ursprünglich geplant, bereits im Mai.“ Die Verantwortlichen zeigen sich sehr dankbar für die zusätzlichen, finanziellen Mittel. Den Größeren Teil der Kosten trägt der Club aber selbst. Mit dem Autohaus Ford Sorg in Fulda konnte der Verein außerdem einen starken Sponsoring-Partner für das Projekt gewinnen.
Am Sonntag sollen die Courts zunächst um 14.30 Uhr eingeweiht werden. Um 15 Uhr werden Show-Matches unter Teilnahme einiger Tennis-Bundesligaspieler rund um Nationalspieler Christian Böhnke stattfinden. Ab 16 Uhr werden die Courts dann schließlich für Interessierte zum ersten Bespielen freigegeben. Am darauffolgenden Montag, 17. August, finden dann zunächst noch einige vereinsinterne Nutzungen im Zuge eines Testbetriebs statt. Eine Woche später, ab dem 24. August, können die Courts auch von der Allgemeinheit über das Platzbuchungssystem des Vereins unter https://gruen-weiss-fulda.ebusy.de gebucht werden. Der Verein bietet zudem täglich, außer montags, Schläger zum Leihen (gebührenpflichtig) und Bälle zum Kaufen an.
Fragen zum Tennis- und Padelsport bei Grün-Weiß Fulda können schriftlich gestellt werden per Mail an tennis@gruen-weiss-fulda.de
