Lokales FD 15.08.2025

Neuer Leiter des Gersfelder Wildparks: Jan Tayeb hat große Ziele

Gersfeld (fp) – Der Wildpark in Gersfeld steht seit Mitte Mai unter neuer Führung: Jan Tayeb ist 30 Jahre alt, stammt aus dem Ruhrgebiet und hat bereits einiges in seinem Leben gemacht. Unter anderem war er Landwirt in Brandenburg und hat Erfahrung mit dem Leiten eines Tierparks gesammelt. Zuvor war er über vier Jahre Geschäftsführer des Wildparks in Hagen (NRW). Nun zog es den gelernten Zootierpfleger in die Rhön, wo er bereits herzlich empfangen wurde.

Von links: Stefan Brandt, Tierpfleger; Nils Nüdling, Tierpfleger; Andreas Müller, Tierpfleger; Jan Tayeb, Leitung Wildpark. Es fehlen Frau Julia Kerber und Herr Thomas Sauer. Foto: Wildpark Gersfeld

„Ich wurde glücklicherweise direkt eingeladen“, erklärt Tayeb zu seinem Wechsel nach Gersfeld: „Wir sind mit dem Bürgermeister Steffen Korell sowie dem Team schnell übereingekommen, dass das ein tolles Projekt werden kann. Ich wurde sehr herzlich empfangen.“ Nach dem Ausscheiden vom ehemaligen Leiter Julian Kusak, hatte die Stadt Gersfeld die vakante Stelle zum 1. April ausgeschrieben und mit Tayeb schnell einen guten Ersatz gefunden, der mit dem Tapetenwechsel von Brandenburg in die Rhön sehr zufrieden scheint. „Wir wollten zentraler in Deutschland leben und mehr ins Gebirge ziehen“, erzählt er glücklich und fügt mit Blick auf seine bisherige Erfahrung hinzu: „Außerdem gibt es hier im Wildpark keine Wölfe und Bären mehr. Das sind Tierarten, die ich nicht unbedingt vermisse. Dementsprechend fühle ich mich hier sehr wohl.“

Im Wildpark sollen in den kommenden Jahren einige Änderungen und Sanierungen stattfinden, deren Vorbereitungen bereits laufen würden, so Tayeb: „Wir arbeiten daran, dass es sehr schön werden kann.“ Auf der Aufgabenliste stünde beispielsweise die Erweiterung des Wirtschaftshofs für die etwa 50 Hektar große Einrichtung. „Wenn wir Glück haben, kann es Anfang 2026 losgehen mit den Arbeiten, damit wir dann im Frühjahr übernächstes Jahr einen schönen Wirtschaftshof haben.“ In dem Gebäude finden sich Betriebsräume, wie Umkleiden, aber auch die Lagerung der Maschinen für den Betrieb. Des Weiteren soll auch ein neues Ressourcengebäude entstehen. Dort sollen zukünftig auch Seminare und Führungen für die Besucher stattfinden. Das zwei Millionen teure Bauprojekt wird dabei vom Landkreis Fulda subventioniert. Während sich diese Bauprojekte derzeit noch in Planung befinden, seien derzeit aber schon kleinere Arbeiten bereits in der Mache: „Wir sind beispielsweise gerade dabei den Außenzaun zu erneuern“, berichtet der Wildparkleiter: „Außerdem planen und bauen wir Unterstände für die Tiere.“ Auch innerhalb der Gehege soll sich einiges ändern. So wolle er beim Bestand mehr Fokus auf heimische und vor allem Rote-Liste-Tiere setzen. „Das sind Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, und deshalb speziell geschützt sind“, fügt er an: „Diese wollen wir in den Tierpark aufnehmen.“

Tayeb und sein Team haben also alle Hände voll zu tun, was zwar einem geöffneten Park, allerdings der Öffentlichkeitsarbeit im Wege steht. „Wir können derzeit keine Führungen und kommentierte Fütterungen anbieten“, räumt er ein und ergänzt: „Wir hoffen, dass wir diese zu Ostern im kommenden Jahr etwa wieder zur Verfügung stellen können.“ Einem Schlendern durch den Park stehe aber nichts im Wege, betont er: „Wir haben nach wie vor komplett geöffnet. Nur halt ohne Führungen.“ Und das auch wieder vollumfänglich: Denn nicht nur sei die Gastronomie wieder verpachtet und biete tolle Speisen für die Besucher an, auch die süßen Ziegen im Streichelzoo würden sich über einen Besuch freuen, gibt er weiter an: „Die dürfen nach Herzenslust gekrault und gefüttert werden.“