Handball 18.08.2025

Nationaltorhüter David Späth in Großenlüder – Kids begeistert

Großenlüder (gü) – Volle Ränge am Sonntagnachmittag in der Kreissporthalle Großenlüder, denn dort konnte prominenter Besuch empfangen werden. Handball-Nationaltorhüter David Späth war zum Sommerfest des DJK SSV Großenlüder gekommen. Im Rahmen des „Sport-Elite-Talk“ erzählte er über die Anfänge, die schweren Zeiten und die Highlights seiner bisherigen Karriere. Im Anschluss bildete sich eine große Traube Kinder um den Zwei-Meter-Mann, der alle Autogramm- und Foto-Wünsche geduldig erfüllte.

Ein vor Ort signiertes Trikot von David Späth (rechts) war der Hauptgewinn einer Tombola. Der Torwart überreichte es persönlich an den Gewinner. Foto: Jasha Günther.

Der Talk mit Späth schloss sich an ein E-Jugend-Turnier an, bei dessen Siegerehrung der Nationaltorhüter bereits die Urkunden aushändigte und mit den Mannschaften für Erinnerungsfotos posierte. Dann stellte sich der 23-Jährige den Fragen von Michael Keller und Benedikt Dimmerling. Späth berichtete, wie er und sein Bruder in der „Fußball-Stadt“ Kaiserslautern eher durch einen Zufall zum Handball gekommen seien und von seinem Weg zum Profi. „Viel Training, viel Arbeit, aber auch eine Menge Glück gehört dazu“, sagte er. Nachdem er den Anruf von den Rhein-Neckar Löwen erhalten hatte, war er mit 16 Jahren zuhause ausgezogen und ins Internat des Vereins gewechselt. „Mit Schule und Handball hattest du vielleicht noch ein, zwei Stunden Zeit, was anderes zu machen“, erinnerte er sich an die Zeit zurück. Das Wichtigste bei aller notwendigen Disziplin sei, den Spaß am Handball nicht zu verlieren. „Wenn ihr das wollt, müsst ihr immer zu 100 Prozent dahinter stehen – in jedem Training und in jedem Spiel“, gab er den jungen Sportlern, von denen der ein oder andere vielleicht auch von einer Profi-Karriere träumt, mit auf den Weg und hatte noch eine wichtige Botschaft für sie: „Alleine gewinnt man keine Spiele, egal wie gut du bist. Nur gemeinsam kann man erfolgreich sein.“

Späth ließ in dem Gespräch die besonders bewegenden und großen Momente seiner Karriere Revue passieren – vom ersten Bundesligaspiel über das Pokalfinale mit dem Verein bis hin zu den Spielen in vollen Hallen und Stadien mit der Nationalmannschaft bei der Heim-Europameisterschaft 2024 und den Olympischen Spielen in Paris im gleichen Jahr. „Da hat man sich wie ein kleines Kind gefühlt“, erzählte Späth vom Aufeinandertreffen mit den internationalen Stars verschiedener Sportarten während Olympia und natürlich ging er auch nochmal auf den sensationellen Sieg gegen die Gastgeber im Viertelfinale ein. „Ich weiß bis heute nicht, wie das passiert ist“, sagte er zu den wenigen Sekunden am Ende der regulären Spielzeit, in denen sich das DHB-Team in die Verlängerung rettete. Er ließ aber auch die schweren Zeiten nicht aus – ein Kreuzbandriss 2021 als er gerade dabei war im Bundesligateam Fuß zu fassen. Weitere Rückschläge durch eine Thrombose und die Ungewissheit, wie es weitergeht, rissen ihn damals in ein tiefes Loch, nachdem seine Weg bis dahin super verlaufen war. „Das ist mental ein unfassbarer Druck“, sagte Späth. Mit viel Unterstützung von Verein, Familie und Freunden kam er zurück auf die Platte und schließlich folgte auch die erste Einladung zur A-Nationalmannschaft. „Da bin ich vor Freude fast geplatzt“, erinnerte sich der Torwart an den Anruf. Für ihn ist es ein riesiges Privileg, dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte – sonst wäre aus ihm wahrscheinlich ein Sportlehrer geworden, vermutete er.

Von Seiten des Vereins bedankte sich Christoph Dimmerling aus dem Vorstand für das Kommen und überreichte ihm ein Handtuch mit Vereinslogo, in der Hoffnung dieses mal im Fernsehen zu sehen. Er hob hervor, dass es wichtig sei, dass solche Stars auch mal in die Regionen kommen, in denen der Handball nicht so hoch angesiedelt sei wie in anderen. Auch Bürgermeister Florian Fritzsch war in die Kreissporthalle gekommen und hatte das Goldene Buch der Stadt mitgebracht, in das sich der Nationaltorwart eintragen durfte. Der Kontakt zu Späth war über die Versicherungsagentur Richard Keller in Großenlüder zustande gekommen. Diese hatte über das von der Deutschen Vermögensberatung und der Generali Versicherung unterstützte Projekt „Sport-Elite-Talk“ der Deutschen Sporthilfe die Möglichkeit erhalten, einen Topathleten in die Region zu holen. Geschäftsführer Michael Keller hatte dabei gleich das Sommerfest des DJK SSV im Blick gehabt.

Nationaltorwart David Späth in Großenlüder. Fotos: Jasha Günther