Für eine besondere Geschichte sorgte Lisa Noodt, die völlig unerwartet vom Hessischen Pferdesportverband für die Meisterschaften nominiert wurde. Erst beim letzten Qualifikationsturnier in Kriftel war sie in die höchste Klasse S aufgestuft worden. In München zeigte die Grundschullehrerin eine ausbaufähige Pflicht, aber eine starke Kür und ein solides Technikprogramm. Am Ende reichte es zu einem 21. Platz in dem starken Feld der Einzelvoltigiererinnen. „Ich bin froh, überhaupt am Wettbewerb teilnehmen zu können. Ich hätte nie damit gerechnet, mir als Einzelvoltigiererin ein Ticket zu sichern. Dass ich meine Trainingsleistungen hier abrufen konnte, macht mich sehr glücklich“, sagte Noodt nach ihrem Wettkampf. Auch im Senioren-Doppel kam Caljano ungeplant zum Einsatz. Das Duo aus Hungen konnte nach einer nicht bestandenen Pferdekontrolle nicht mit dem eigenen Partner antreten und erhielt die Möglichkeit, auf dem Molzbacher Wallach zu starten.
Eine Woche später standen die Deutschen Jugendmeisterschaften auf dem Programm. Besonders glänzten dabei die beiden 14-jährigen Nachwuchs-Voltigiererinnen Ida Romeis und Aurelia Baier. Mit zwei nahezu fehlerfreien Küren erturnte sich das Duo einen überraschenden fünften Platz im hochklassigen Starterfeld. Vor allem die hohe Artistiknote für ihre „Ronja Räubertochter“-Kür überzeugte die Wertungsrichter und sorgte im Team für begeisterte Gesichter. „Wir wussten, dass die beiden über den Winter große Fortschritte gemacht haben. Dass es am Ende für die Top Fünf reicht, damit hatte niemand gerechnet“, hieß es seitens der Trainer. Darüber hinaus erhielt auch Alina Große aus Hungen die Chance, auf Caljano zu starten.
Trotz der sportlichen Erfolge erinnern sich die Molzbacher vor allem an das besondere Gemeinschaftsgefühl. Lustige Abendessen, eigens gestaltete Teamshirts, unzählige Spielerunden, Touren durch München und eigens entworfene Fanbanner machten die Meisterschaft für sie zu einem großen Erlebnis. „Viele Marmeladenglasmomente“ seien gesammelt worden, wie es Lisa Noodt ausdrückte.
Doch lange Ruhepausen kennt das Team nicht. Schon am kommenden Wochenende wartet das Holzpferdturnier in Lauterbach, eine Woche später der Start in Idstein. Und nur drei Wochen nach München steht bereits die Hessenmeisterschaft in Wetter im Kalender. Das Erfolgsbuch der Molzbacher Voltigierer könnte also schon bald weitere Kapitel hinzugewinnen.
