In gewohnter Doppelfunktion lieferte Bauer bei den deutschen Meisterschaften im Mittelgewicht (U105 Kilo) ab. „Als Veranstalter war alles gut. Und als Athlet lief auch alles gut“, freute sich der Lokalmatador über eine starke Performance. Dabei waren die äußerlichen Bedingungen an der Schwedenschanze in Gersfeld alles andere als einfach: Über die gesamten zwei Wettkampftage waren die 18 Athleten dem regnerischen Wetter ausgesetzt. „Es war die erste Erfahrung im Regen und hat uns echt herausgefordert“, erinnerte sich Bauer.
So mussten die Teilnehmer ihre Techniken den Gegebenheiten anpassen. Besonders herausfordernd waren die Disziplinen mit Sandsäcken, die aufgrund des Regens deutlich an Gewicht zunahmen. „Der Führende geht immer als Letztes raus. Eigentlich ein kleiner Vorteil, weil die Konkurrenz vorlegen muss. Bei dem Wetter war es aber eher ein Nachteil“, erläuterte Bauer. Doch für Fuldas stärksten Mann waren die Bedingungen ein Ansporn. „Du darfst keine Fehler machen und nichts riskieren“.
Sechs der acht Disziplinen konnte Bauer für sich entscheiden und verteidigte seinen deutschen Meistertitel damit denkbar knapp vor Max Weißenberg. „Max ist zuletzt drei Jahre in Folge aufs Podium gekommen. Das war ein echter Zweikampf“, so der Lokalmatador. Beim Giangumbel stellte der Fuldaer mit 100 Kilogramm außerdem einen neuen deutschen Rekord im Mittelgewicht auf. Mit seinem dritten Titel im Mittelgewicht schreib nicht nur Bauer, sondern auch die Stadt Fulda ein bisschen Strongman-Geschichte. Ebenfalls vor Ort war der Petersberger Patrik Baboumian, der trotz seiner veganen Lebensweise bereits zwei deutsche Meisterschaften nach Fulda holen konnte. Gemeinsam mit Bauer hat die Barockstadt damit fünf deutsche Meistertitel im Mittelgewicht zu verbuchen – so viel wie keine andere Stadt in Deutschland. Baboumian war außerdem vor einigen Jahren als „Pflanzenfresser“ das Gesicht einer Werbekampagne der Tierrechtsorganisation PETA.
Trotz des regnerischen Wetters zog es einige Zuschauer nach Gersfeld, was Bauer nicht nur als Teilnehmer, sondern auch als Veranstalter sehr freute. Nach zwei anspruchsvollen Wettkampftagen fühlte sich Bauer ausgelaugt, aber auch erleichtert. Die Doppelbelastung als Veranstalter und Athlet belaste den Fuldaer teilweise schwer. „Man schläft die Tage vorher schlechter. Zwischen den Wettkämpfen läuft man dann zu den Helfern und spricht mit ihnen oder schaut, dass die nächste Disziplin aufgebaut wird“, erzählte er. Dabei sei das Warm-Up oftmals zu kurz gekommen. „In den letzten Jahren habe ich selbst gemerkt, dass ich ein hungriger Wolf war, der bereit ist, alles zu riskieren. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass alle auf mich blicken und ich abliefern muss“, so der Fuldaer.
Die Ergebnisse in der Übersicht:
Name | Punkte | |
1. | Volker Bauer | 12 |
2. | Max Weißenberg | 16 |
3. | Patrick Obst | 31 |
4. | Christoph Carle | 34 |
5. | Jacob Huber | 41 |
6. | Fabian Baum | 52 |
7. | Christian Janke | 53 |
8. | Tobias Brunemann | 59 |
9. | Paul Hofmann | 65 |
10. | Daniel Grötecke | 114 |
11. | Pascal Tripp | 115 |
12. | Gordon Herholz | 115 |
13. | Florian Grötecke | 117 |
14. | Dennis Keilmann | 118 |
15. | Andre Obst | 123 |
16. | Fabian Menges | 125 |
17. | Giuliano Mingione | 129 |
18. | Enrico Marx | 140 |
