Bekannt ist das Amtsgericht in der Konrad-Zuse-Stadt vor allem für Mahnverfahren: Bereits seit dem Jahr 1998 ist das Amtsgericht Hünfeld als zentrales Mahngericht für die Bearbeitung aller Mahnverfahren in Hessen verantwortlich. Drei Richterinnen und Richter sind dort angestellt, rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten außerdem im nichtrichterlichen Bereich. „Mahnverfahren entlasten die Justiz, weil ohne eine intensivere Beschäftigung der Gerichte Forderungen durchgesetzt werden können. Das Amtsgericht Hünfeld nimmt in diesem Bereich eine bedeutende Rolle für das gesamte Land ein. Dafür bin ich sehr dankbar“, lobte daher auch Justizminister Heinz, der weiterhin die Zentralisierung des Registersystems der Amtsgerichte ansprach. „Es ist natürlich eine Herausforderung, aber es ist notwendig. Eventuell können wir das in mehreren Stufen angehen, bis 2028 soll dahingehend aber auf jeden Fall etwas passieren. Es ist für uns immens wichtig, die Ballungsräume und die ländlichen Regionen in Hessen gleichermaßen bei Standortentscheidungen zu berücksichtigen. In Osthessen sind diverse Einrichtungen der Justiz beheimatet, die für das gesamte Land von Bedeutung sind. Wir stärken den ländlichen Raum, indem wir Kompetenzen dort bündeln“.
Die Mitarbeiter zeigten sich dahingehend aufgeschlossen, machten den hessischen Justizminister aber auch auf einige Dinge aufmerksam. So werde der Standort Hünfeld in der Wahrnehmung innerhalb des Justizbereiches kritisch gesehen, das dortige Amtsgericht beschäftige sich fast ausschließlich mit Mahnverfahren. Dem sei jedoch nicht so, die Aufgaben seien vielmehr vielschichtig und abwechslungsreich: Teamfähigkeit und Teamarbeit würden großgeschrieben, es herrsche das Gefühl, am Standort in Hünfeld wirklich etwas bewegen zu können. Ein grundlegendes Problem sei auch, dass bereits viele Auszubildende beim Schulstart von Dozenten die Information erhalten, dass Hünfeld als Ausbildungsort kaum zur Verfügung stehe: Die Ballungsräume in Südhessen seien wesentlich höher angesehen. So gestalte es sich schwierig, auch in Zukunft weitere, qualifizierte Nachwuchskräfte an Land ziehen zu können. Daher abschließend auch der Appell der Mitarbeitenden an Christian Heinz: Die Attraktivität des Standortes Hünfeld muss gesteigert werden. Beim Justizminister kamen die hervorgebrachten Bedenken und Anregungen an: „Hünfeld ist ein gutes Beispiel dafür, dass man auch als relativ kleines Amtsgericht überaus erfolgreich sein kann“, so Heinz abschließend, der sich bei allen Anwesenden nochmal ausdrücklich für den Austausch bedankte: „Ich habe mich sehr über die neu gewonnenen Eindrücke gefreut und bin sehr dankbar für den Austausch. Es hat mich sehr gefreut, zum ersten Mal hier im Amtsgericht sein zu dürfen.“
