Gerüchten zufolge hatte sich auch der große Modekonzern „Zara“ für den Standort in Fulda interessiert, entsprechende Meldungen von Lesern hatten auch die OZ-Redaktion erreicht. Diegelmann bestätigt die Gerüchte: „Ja, die hatten angefragt, aber ihr Angebot wieder zurückgezogen.“ Auf OZ-Anfrage antwortet der Konzern: „Eine Eröffnung in Fulda können wir aktuell tatsächlich nicht bestätigen. Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Standort-Optionen für unsere Geschäfte – es ist für uns entscheidend, immer die ideale Fläche in den Haupt-Einkaufszonen der wichtigsten Städte zu finden. Ergibt sich hier die richtige Option, entscheiden wir über eine Eröffnung. Sollte sich zukünftig in Fulda eine solche Option für uns ergeben, werden wir gerne mit Informationen auf Sie zukommen“, heißt es in dem Antwortschreiben. Wie einige andere Großkonzerne hätte sich auch der Modevertrieb gegen Fulda entschieden, „weil sie hier kein Wirtschaftswachstum gesehen hätten“, erklärt die Immobilien-Eigentümerin: „Fulda ist momentan scheinbar nicht attraktiv.“ Seit mehreren Monaten suche sie einen Pächter, bisher ohne Erfolg. „Wir haben einige Anfragen von größeren Modeläden gehabt, aber das meiste war Systemgastronomie“, erzählt sie weiter. Ein Problem sei vor allem die Größe von 1000 Quadratmetern. Das schrecke viele Interessenten ab. „Finde mal jemanden, der ein so großes Geschäft betreiben kann“, sagt die Verpächterin: „Wenn das Ding kleiner wäre, wäre es schon zehnmal weg.“
Immer wieder hätten sich Interessenten bei ihr gemeldet, seien aber dann doch abgesprungen. Einige wären aber auch von Seiten der Vermieterin nicht passend gewesen, räumt sie ein und stellt klar: „Wir wollen halt was Vernünftiges und das nicht abwirtschaften, nur damit es nicht leer steht.“ Selbst die Stadt Fulda sei unter den Interessenten gewesen, hätte die Räume aber nur kurzzeitig nutzen wollen, meint Diegelmann: „Sie hatten angefragt wegen Ausstellungen, die da reinkommen sollen. Das wollten wir aber auch nicht.“
Bis Ende des Jahres wolle sie noch versuchen einen Nachmieter für die volle Größe von 1000 Quadratmetern zu finden. Wenn das nicht klappt, würde sie darüber nachdenken, den Platz aufzuteilen und mehrere kleine Geschäfte einziehen zu lassen. „Da müssen wir uns dann was überlegen“, fügt sie an. Zwar sei die fehlende Nachmiete frustrierend, dennoch nimmt die Immobilien-Eigentümer es gelassen. „Wir müssen es ja auch nicht übers Knie brechen“, erklärt sie. Am liebsten wäre ihr als Nachfolger für das „Lieblings“ übrigens wieder ein Klamottenladen, führt sie an: „Das ist weniger Aufwand im Umbau. Bei einem Restaurant oder einer anderen Gastronomie ist das viel mehr Arbeit.“
