Fußball 01.08.2025

Kreisoberliga Süd – Mit dem Fahrrad zum Spiel: Vorfreude auf die Saison

Osthessen (pf) – Ein tolles Teilnehmerfeld: Diese Kreisoberliga Süd besteht aus mehr als nur Eichenzell, Flieden und dem Fußballkreis Schlüchtern: Mit der SG Lauter ist weiterhin ein Vertreter aus dem Vogelsberg dabei, mit Rückkehrer Schmalnau/Hettenhausen sowie Weyhers, Mittelkalbach und Hosenfeld noch drei Teams aus dem Kreis Fulda. In ihrer Gesamtheit hat die KOL Süd wie die Jahre zuvor nichts an Attraktivität verloren – das sehen auch die Trainer so.

Die SG Rückers gehört zum Favoritenkreis der KOL Süd. Foto: Justin Klenner

Die SG Kerzell kam aus der Gruppenliga runter und will den Weg mit eigenen Jungs gehen. Foto: Justin Klenner

Lütter gegen Rothemann – eines von vielen spannenden Duellen. Foto: Jasha Günther

„Das ist eine gute Liga, in der es schöne Momente geben wird. Viele Derbys, da freuen wir uns drauf, uns jeden Sonntag mit anderen zu messen. Gegner, wo du mit dem Fahrrad hinfahren kannst. Du kennst die Leute, nichtsdestotrotz hast du natürlich noch mehr Spaß dabei, wenn du Spiele gewinnst“, freut sich Kerzells Trainer Florian Günther nach dem Abstieg auf die Saison. Als Topfavorit sehe er seine Mannschaft aber nicht, auch wenn andere vielleicht so denken: „Wir hatten einen Umbruch im Kader, wollen ohne Druck in die Runde gehen. Wir haben eine gewisse Spielidee, aber für uns ist es wichtig, junge Spieler bei der Helvetia zu entwickeln. Die Jungs haben Top-Charakter und ziehen alle mit“. Seine Nachwuchsspieler seien „nah dran“ und haben in der Vorbereitung gute Leistungen gezeigt, ganz nach dem Geschmack des Vereins. „Man soll ein Bild haben von der Helvetia – mit Eigengewächsen. Das einzige Plus nach diesem Abstieg ist jetzt, dass die Kreisoberliga eine Chance ist, für die Jungs, den Verein, und alle. Die wollen wir nutzen“.

Gleiches Schicksal wie Kerzell ereilte die TSG Lütter – womöglich noch etwas schmerzvoller über die Relegation. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Einige waren einfach über dem Zenit, viele haben sich von Spiel zu Spiel geschleppt“, blickt Sascha Bönte, der die Nachfolge von Rolf Gollin angetreten hat, auf die vergangene Saison zurück. „Es war eine kurze Pause, aber dem einen oder anderen konnten wir sie verlängern, weil der Kader breit genug ist und alle die Qualität haben. Die Wehwehchen sind auskuriert“, ist Bönte zufrieden, wie die Vorbereitung lief: „Wir hatten eine super Beteiligung, alle haben geackert“. Das Vertrauen in den Kader ist herauszuhören beim neuen Coach – egal wer spielt, auch wenn zum Auftakt am Sonntag bei Gundhelm/Hutten nicht alle da sind. „Wir sind bereit“. Mit Gundhelm/Hutten, Titelkandidat Huttengrund und Aufsteiger Flieden II erwischte die TSG aber ein hartes Auftaktprogramm mit drei Auswärtsspielen in Folge. Entsprechend sind die Ambitionen erstmal nicht hoch geschraubt: „Wir tun gut damit, von Spiel zu Spiel zu denken. Die ersten Spiele werden knackig“, betont Bönte, der vor allem Huttengrund und Rückers, aber auch Kerzell und die eine oder andere Überraschungsmannschaft am Zettel hat.

Stichwort SG Rückers: Der Vorjahres-Dritte (hinter den Aufsteigern Vogelsberg und Thalau) hat mit Dominik Oelschläger ebenfalls einen neuen Trainer, der erste Titel wurde mit dem Fliedener Gemeindepokal bereits eingefahren. Ob das beflügelt? „Klar ist, nachdem Platz drei rausgesprungen ist, dass wir diese Saison nicht Siebter werden wollen“, macht Oelschläger klar, gibt aber auf die Tipps der Titelfavoriten der Konkurrenz nicht viel: „Was andere denken, ist für uns erstmal uninteressant. Wir wollen so lange wie möglich um was spielen“. Vielmehr freut sich der Trainer, sich voll und ganz auf seine Aufgaben fokussieren zu können, und lobt: „In Rückers wird einem viel abgenommen, das ist gut für den Trainer. Die Jungs ziehen gut mit, vergangenes Wochenende hatten wir noch ein Trainingslager mit gemütlichen Abenden, aber auch intensiven Einheiten“. Als Favoriten nennt Oelschläger wiederum Huttengrund, „die bis zum Ende oben dabei sein werden“, Lütter sowie Kerzell. „Das sind ja die, die ich aus der Gruppenliga noch kenne. Aber eine Überraschungsmannschaft gibt es auch immer“. Dabei schiebt der SGR-Coach gleich den ersten Gegner am Sonntag hinterher: „Rothemann hat Ansprüche angemeldet, unter die Top Fünf zu kommen, und sich entsprechend verstärkt.

Ein weiterer Name fällt noch im Kerzeller Lager: Trainer Florian Günther hat beobachtet, „dass unser erster Gegner Grimmstadt sich hervorragend verstärkt und alle Spiele in der Vorbereitung gewonnen hat, auch im Pokal gegen Freiensteinau“. Ein gefährlicher Gegner für die Helvetia zum Start also, der im Vorjahr nur knapp dem Abstieg entgangen ist. „Aber davon wollen wir uns nicht blenden lassen“, so Günther.

Rundum interessante Duelle warten am ersten Spieltag: Flieden II und Bellings/Hohenzell sehen sich nach dem Relegationsspiel vor einem Jahr wieder, Hosenfeld gastiert in Welkers. Die SG Huttengrund um ihren neuen Coach Jaron Krapf startet die Mission Aufstieg bei Schmalnau/Hettenhausen. Der TSV Weyhers reist eine knappe Stunde nach Wallenrod und die SG Löschenrod startet nach gewonnener Abstiegsrelegation gegen Mittelkalbach.

 

Kreisoberliga Süd

 

Sonntag

12.15 Uhr

Flieden II – Bellings/Hohenzell

15 Uhr

Welkers – Hosenfeld

Schmalnau/Hettenhausen – Huttengrund (in Hettenhausen)

Kerzell – Grimmstadt

Lauter – Weyhers (in Wallenrod)

Mittelkalbach – Löschenrod

Rückers – Rothemann

17 Uhr

Gundhelm/Hutten – Lütter (in Hutten)