Weil die SG Kerzell in der Saison 2024/25 mit einer Herren-Mannschaft in der Gruppenliga Fulda am Spielbetrieb teilgenommen hatte, musste nach § 27 Nr.2 der HFV-Spielordnung einen entsprechenden Unterbau nachweisen – zwei Juniorenmannschaften unterschiedlicher Altersklassen oder eine davon als Senioren-Reservemannschaft. Weil aber die zweite Mannschaft der Helvetia eine Spielgemeinschaft mit der SG Löschenrod bildet und damit nicht zählt, und zu wenige Nachwuchsspieler da sind, konnte der Verein die Vorgaben nicht erfüllen. Die Strafe: Drei Punkte Abzug in der neuen Saison und 250 Euro.
Claus Heiner aus dem Vorstandsteam der SG Kerzell hatte jüngst an den Verband geantwortet und kritisiert, dass der Punktabzug ebenfalls vollzogen wird, nachdem die Helvetia aus der Gruppenliga abgestiegen war – Aufsteiger in die Gruppenliga fallen schließlich nicht unter diese Regelung. Außerdem zählt Heiner auf, dass der Verein in der JSG Rippberg mindestens 14aktive Juniorenspieler im Bestand haben müsse, die in der laufenden Saison jeweils mindestens acht Spiele absolviert haben müssen. Die SG Kerzell verfüge aber nur über 13 aktive Spieler. „Der demografische Wandel und ein sehr kleines Dorf sind für unseren Verein fatal. Es gibt schlicht keine Kinder, die wir für unseren Sport gewinnen können“, klagt Heiner in dem Schreiben, merkt aber auch an, dass der Verein damit die Regelung gar nicht erfüllen könne, die überdacht werden solle. Der Verein bemühte sich sogar, neue Kinder aufzunehmen, und machte einen „Rundumschlag“, einige haben aber andere Hobbys als den Fußball gefunden. Die Trainer und Betreuer aller beteiligten Vereine in der JSG würden „mit großem Engagement und sehr viel Herzblut ganze Generationen von Jugendspielern formen“, so Heiner: „Wie fühlen sich diese ehrenamtlichen Leistungsträger angesichts der aktuellen Strafe?“, fragt der Vorstand.
Heiner kritisiert, dass der Verband mit den Richtlinien davon ausgehe, „dass Gruppenligavereine eine bestimmte Größe und die reelle Chance haben, die Vorgaben zu erfüllen“. Die SG Kerzell als kleiner Verein aber könne diese nicht erfüllen.
„Es ist allgemein bekannt, dass der Zeitgeist die Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht leicht macht“, sagt Heiner, der selbst über 30 Jahre aktiv dabei ist und anfügt: „Bezüglich der aktuellen Sache frage ich mich erstmals, ob meine Arbeit überhaupt Sinn macht. Es ist sehr ernüchternd und lässt mich mit der Frage, ob hier Recht gesprochen wurde, zurück“.
Punktabzug für Kerzell in der KOL Süd – Neuer Hessenliga-Klassenleiter
