In ihrem Antrag wünschte die Grünen-Fraktion „nach dem Vorbild der Stadt Limburg ein Konzept für die Einrichtung von ‚Naschpyramiden‘ in der Innenstadt zu entwickeln. Die Naschpyramiden werden mit einer Vielfalt an Gemüse, Obst und Kräutern bepflanzt, die zum Naschen einladen.“ Stadtbaurat Schreiner verwies darauf, dass die Grünen ähnliches unter dem Begriff „Essbare Stadt“ schon mehrfach thematisiert hatten, die Haltung des Magistrats sich aber nicht geändert habe: „Das Problem dabei ist, dass wir täglich sicherstellen müssten, dass das, was zu naschen wäre, die geforderte Qualität hat. Deshalb stellt das eine Herausforderung für die Stadt dar. Die Haftung für die Qualität der Lebensmittel können wir nicht riskieren.“ Beate Tillmann-Mohr (Grüne) war dann auch mit einem Teil des Magistratsvorschlags einverstanden, dass in Zusammenarbeit mit der Kinderakademie Naschpyramiden als „Teil eines pädagogischen Konzepts auf dem Dach des Karlchen installiert werden“ könnten. Auch solle weiter die Möglichkeit geprüft werden, im Rahmen des Hessentags bei „Natur auf der Spur“ solche Pyramiden zu integrieren. Nicht einverstanden war sie mit der allgemeinen Ablehnung aus „funktionalen, wirtschaftlichen, hygienischen und gestalterischen Gründen“. Sie sah in ihnen für die Stadtgärtnerei weder mehr Arbeit, noch konnte sie gestalterisch verstehen, „was an Erdbeeren oder Tomaten schlechter ist als Blumen“. Schreiner verwies darauf „das Gemüse anzubauen nicht die Kernkompetenz der Stadt“ sei. Und die hygienischen Gründe, auch falls sich jemand nachts in die Kübel übergeben würde, erforderten dann mehrmalige tägliche Kontrollen. Peter Bleuel (CDU) ergänzte dazu, dass es neben Menschen auch tierische Verschmutzer geben könnte: „Bei vielen Anträgen anderer Fraktionen stellt sich die Frage: ‚Wer soll das Bezahlen‘. Alles, was wir dazu ausgeben, fehlt uns dann für Aufgaben wie die Kinderbetreuung.“ Volker Büchel (Grüne) kritisierte dahingehend, dass angesichts des teuren Hessentags nicht wenigstens ein Versuch mit den Naschpyramiden unternommen werde. In über 60 anderen Städten würde es auch funktionieren. Lisa Kött (CDU) riet ihm, doch einen Verein zu gründen, um es auszuprobieren. In der Abstimmung enthielten sich dann die Grünen und die SDP und der Vorschlag des Magistrats wurde von den anderen Fraktionen mit großer Mehrheit angenommen. Es bleibt also für die Zukunft die Frage, ob die Kinderakademie auf dem Karlchen-Dachgarten zum Früchtenaschen einlädt.
Auf Antrag der CDU stellte Daniel Schreiner einen Bericht zur Wohnbauförderung in den letzten fast zehn Jahren vor. Seit Auflage des städtischen Programms zur Förderung des sozialen und bezahlbaren Mietwohnungsbaus wurde insgesamt 344 Wohneinheiten die Förderung zugesagt, von denen bis Frühjahr 2025 174 fertiggestellt und bezogen wurden. Für weitere 65 Wohnungen wurde durch die Förderung gewährleistet, dass die Mietpreisbindung weiter bestehen bleibt: „Insgesamt konnten somit 409 Sozialwohnungen realisiert beziehungsweise dauerhaft erhalten werden.“ Dazu wurden von der Stadt 12,8 Millionen Euro „reserviert“, werden also nach Fertigstellung der Wohnungen und Prüfung der Belege ausgezahlt. Schon abgerufen wurden 7,64 Millionen Euro. Wie Schreiner nach der Sitzung bestätigte, stehen für Bauwillige noch ausreichend Mittel zur Verfügung, sodass das Programm selbst bei zukünftig schlechterer Haushaltsage weiterlaufen könne. Auf Nachfrage von Michael Grosch (FDP) bestätigte Schreiner weiter: „Die Zeichen für eine weitere Wohnbauförderung durch das Land Hessen stehen gut.“ Beim Land waren im Frühjahr 64 Wohneinheiten für eine Förderung reserviert. Dazu kommen fast 450 Wohnplätze für Studenten. Das, wie der Ausschussvorsitzender Michael Ruppel es nannte, „umfangreiche Zahlenmaterial durch den Magistrat“, wurde mit wenigen Nachfragen zur Kenntnis genommen.
Weitere Themen in der Sitzung waren eine Änderung des Bebauungsplans für den „Wohnpark West“ unweit des Messegeländes. Hier sollen auch mehrstöckige Gebäude ermöglicht werden. Dem wurde einstimmig zugestimmt. Auf Nachfrage der CDU nannte Schreiner die Anzahl der Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. In der Verwaltung sind es rund 20 Prozent und beim Grünflächenamt etwas über zehn Prozent. Bei letzterem verwies Schreiner darauf, dass es bei Kleingeräten, die auch zu rund einem Fünftel elektrisch angetrieben werden, praktikable Lösungen aus der Serienfertigung gebe, womit diese vermehrt als alternativ angetrieben angeschafft werden. Für größere Maschinen im Grünflächenamt, wie Bagger, fehlen bisher praktikable Lösungen.
