Lokales FD 13.08.2025

Immer mehr Männer ergreifen Erzieherberuf: 3-Prozent-Liga Fulda

Fulda (fp) – Mehr als bloßes Lego spielen und Kaffee trinken: Die sogenannte „3-Prozent-Liga“ setzt sich seit mehreren Jahren gegen Vorurteile im Erzieherberuf und die Akquise von mehr Männern in diesem Berufsfeld ein. 2008 hatte Marco Reith, der mittlerweile Leiter der städtischen Kita „Fantasia“ in Fulda ist, die Initiative gemeinsam mit einem ehemaligen Kollegen ins Leben gerufen. Denn damals war ihr Geschlecht noch eine echte Rarität in der Branche.

Foto: privat

Insgesamt nur drei Erzieher habe es damals in der gesamten Region Fulda gegeben, berichtet Reith. „Mittlerweile könnten wir uns aber auch in 5,9-Prozent-Liga umbenennen“, fügt er lachend hinzu: „Unsere Arbeit hat in den vergangenen Jahren echt Früchte getragen.“ Mittlerweile sind im gleichen Gebiet etwa 20 männliche Erzieher zu finden, was auch auf die Arbeit von Reith und der Initiative zurückzuführen ist. Die Initiative habe für den Beruf in den vergangenen 17 Jahren wirklich die Fahne hochgehalten. „Wir treffen uns regulär viermal im Jahr in verschiedenen Kitas, planen, wie es weitergeht und tauschen Erfahrungen und Einblicke aus. Wenn besondere Events anstehen, kommen wir natürlich auch zusammen“, erklärt der Kita-Leiter: „Wir gehen mittlerweile auch in Schulen, sind auf Messen vertreten und stehen grundlegend allen Interessierten beratend zur Seite.“

Die Initiative fungiert dabei als Ansprechpartner Zusätzlich führt die Initiative auch einen Internetauftritt, der ebenfalls viel frequentiert werde, meint Reith weiter. Ziel sei es, Interessierten verschiedene Wege in den Beruf aufzuzeigen, aber auch Vorurteile abzubauen, erläutert er: „Viele haben noch im Kopf, dass wir nur Lego spielen und Kaffee trinken, aber das eigentliche Berufsbild ist ganz anders, als es in den Köpfen existiert.“ Die Initiative habe es sich deshalb auch zur Aufgabe gemacht, die alltäglichen Aufgaben von Erzieherinnen und Erziehern zu kommunizieren, was wohl auch Wirkung zeige, führt er an: „Wir haben viele Leute, gerade auch junge Männer, die sich für ein Praktikum interessieren. Das hat sich in den vergangenen Jahren sehr gewandelt.“

Doch nicht nur Männer sollen für den Beruf begeistert werden, auch Frauen sind bei der Initiative gern gesehen, betont Reith: „Wir erleben alle gerade einen Fachkräftemangel. Deshalb sind wir für jeden Mann und jede Frau dankbar, die bereit sind diesen Beruf zu erlernen.“ Das nächste Treffen der „3-Prozent-Liga“ findet am 4. September um 16.30 Uhr in der Kita „Fantasia“ statt. Dort seien alle Interessierten herzlich eingeladen, erklärt Reith: „Aber bitte melden Sie sich vorher an, damit ich den Überblick behalten kann.“ Das ist telefonisch unter der 0661 1024150 oder per E-Mail unter marco.reith@fulda.de möglich.