Bartosz Witkowski mit einem Knaller unter die Latte aus kurzer Distanz und Aaron Gadermann per Kopf hatten das Spiel auf der Rhönkampfbahn gedreht und die Zuschauer in Ekstase versetzt – es läuft einfach beim HSV, der nun den vierten Sieg im vierten Spiel feierte und vorerst an die Spitze stürmte. Nicht nur hatte Trainer Johannes Helmke ein goldenes Händchen, sondern auch Gadermann einen goldenen Riecher: Zum Eckball kam er ins Spiel, ging vorne mit rein und köpfte das entscheidende Tor in der 90. Minute.
„Wenn du eben die ersten Spiele gewonnen hast, kannst du solche Dinger hintenraus noch drehen oder ziehen“, ärgerte sich Fernwalds Trainer Daniel Steuernagel: „Wenn wir diese Serie hätten, hätten wir wahrscheinlich 1:0 gewonnen“. Doch der Meistertrainer des FSV ist lange genug dabei, um zu wissen, dass Konjunktive nicht zählen. Anders die Gefühlslage wiederum in Hünfeld: „Es war vielleicht auch das Glück des Tüchtigen“, frohlockte Helmke: „Wir reden immer davon, dass wir jeden einwechseln können, um ein Spiel zu verändern. Aber die Jungs zeigen es auch immer wieder, und das ist umso schöner“.
Beim FSV Fernwald traf zumindest in Hälfte eins einer, der neu in die Startelf kam: Felix Hahn vollstreckte einen zurückgelegten Ball von der Grundlinie (38.), er war ebenso wie Issac Abeselom für Woiwod und Krasniq in die Anfangself rotiert. Beim HSV fehlte Fröhlich, dafür stand Vogler von Beginn an am Platz.
„Wir wussten, dass es auf dem Platz hier intensiv wird“, sagte Steuernagel, der seinem Team die englische Woche anmerkte. Dennoch kontrollierte Fernwald nach starkem Hünfeld Beginn die Partie, übernahm Mitte der ersten Hälfte das Kommando und ging in Führung. Der HSV hatte nur eine gefährliche Chance durch Kassa (8.), ansonsten war die erste Halbzeit chancenarm, weil auch Hünfeld nach vorne sonst wenig brachte. „Da haben wir fahrlässig bei unseren Umschaltmomenten agiert“, so Helmke
Nach dem Seitenwechsel versuchte Hünfeld viel, doch Schwung kam erst mit den Wechseln rein: Witkowski hatte schon vor seinem Treffer eine gute Möglichkeit (80.). Das 1:1 sorgte beim FSV dann wiederum für Ärger: „Das haben wahrscheinlich alle am Sportplatz gesehen, dass das ein Einwurf für uns war. Der Schiedsrichter stand auch zwei Meter daneben“, so Steuernagel, der aber relativierte: „Das heißt natürlich nicht, dass wir diesen langen Einwurf dann so schlecht verteidigen müssen“. Der HSV wollte das wiederum nicht auf die Goldwaage legen, Helmke habe die Situation nicht gesehen, „und Einwürfe gibt es pro Spiel mehrere strittige“. Strittig war aber auch ein Einsteigen von Johannes Hofmann, der bereits verwarnt war und Glück hatte, nicht die Ampelkarte zu sehen. Alles in allem musste sich der FSV aber in erster Linie ankreiden, das Spiel mit zwei Standards hergeschenkt zu haben.
Hünfeld: Maul; Kemmerzell (74. Häuser), Witte (72. Witkowski), Zöll, Dücker, Vogler (60. Lindemann), Paliatka jr., Simon (80. Kocak), Zentgraf, Kassa, Trägler (89. Gadermann).
Fernwald: Sahin; Fischer, Burger, Bender, Furkert, Tsuda, Hahn (90.+2 Kurtz), Sedy (80. Krasniq), Cloos (75. Woiwod), Isaac Abeselom, Hofmann.
Schiedsrichter: Tim Wiesner (Heddernheim)
Tore: 0:1 Felix Hahn (38.), 1:1 Bartosz Witkowski (84.), 2:1 Aaron Gadermann (90.)
Zuschauer: 400
