Hünfeld machte es wie schon in der Vorwoche gegen Fernwald – 2:1 nach 0:1, wenngleich das der amtierende Meister war, und Hanau 93 diesmal das Tabellenschlusslicht. Anders, als das Klassement aussagte, trat die neuformierte Hanauer Mannschaft aber spielfreudig und aggressiv auf, der HSV brauchte einige Zeit, um überhaupt reinzukommen und den frühen Rückstand abzuschütteln, der aus einem Fehlpass resultierte.
Viermal hatte Trainer Johannes Helmke seine Startelf umgebaut: Häuser, Kocak, Witkowski und Leih-Neuzugang Lindemann spielten für Kemmerzell, Witte, Simon und Zentgraf. Unter anderem das Zentrum war damit neu, und der Rhythmus schwer gefunden: „Wir waren wirklich nicht gut drin am Anfang“, so der Coach: „Das Tor war folgerichtig. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen, hatten Fehler im Aufbau und waren etwas behäbig“. Mitte der ersten Hälfte zog sich der HSV weiter zurück und ging ins Abwehr-Pressing, danach wurde es besser. Passend war es dennoch, dass die größten Chancen nicht zum Ausgleich führten.
Nach dem Seitenwechsel zeichnete sich aber immer mehr ab, dass das Spiel kippt: Nach einem langen Ball von Joker Fröhlich war Trägler das x-te Mal gefährlich vorne aufgetaucht, Witkowski schloss ab und Lindemann verwertete den Abpraller zum Ausgleich. Wenig später brachte Leon Zöll den Ball gefühlvoll nach vorne und im Getümmel war mit Aaron Gadermann ein weiterer Einwechselspieler auf den Plan getreten, der die Kugel wohl endgültig über die Linie stocherte. „Gerade die Viertelstunde nach der Halbzeit war sehr stark“, lobte der Trainer, ehe es hintenraus wieder etwas hektischer wurde.
Dennoch: Auch diesmal fügten sich die Joker gut ein, der HSV war abermals in der Lage, ein Spiel zu drehen. „Das ist eine wichtige Erkenntnis“, so Helmke, der anfügte, „dass es aber auch gezeigt hat, dass wir in jedem Spiel unsere grenzen erreichen müssen“. Schlecht für die anstehende englische Woche ist wiederum, dass Jemal Kassa wegen Problemen an den Adduktoren in der Halbzeit ausgewechselt werden musste, Max Lindemanns erster Startelfeinsatz für Hünfeld war mit Krämpfen ebenfalls früher beendet.
Hanau 93: Anagu; Dramali (78. Müller), Belavskis, Baumann, Major, Karacaga (85. Akaouch), Vuko (67. Garcia), Suesin, Feselmayer (70. Abdi), Toutokpe (88. Sahin), Savas.
Hünfeld: Maul; Häuser, Zöll, Dücker, Vogler, Paliatka jr. (85. Witte), Lindemann (78. Zentgraf), Witkowski (68. Herr), Kocak (46. Gadermann), Trägler, Kassa (46. Fröhlich).
Schiedsrichter: Steffen Rabe (Wetter)
Tore: 1:0 Okan Savas (8.), 1:1 Max Lindemann (53.), 1:2 Aaron Gadermann (65.)
Zuschauer: 150
