Niederaula ist mit zwei Siegen und zwei Unentschieden in die Saison gestartet, hat bislang nur fünf Gegentore kassiert und steht aktuell auf Rang vier. Für Trainer Ernest Veapi ist die Marschroute klar: „Wir wollen an die letzten Spiele anknüpfen, unser Spiel machen und Punkte mitnehmen“, fordert der Coach. Trotz der klaren Favoritenrolle warnt er vor dem Charakter des Spiels: „Es ist ein Derby, darauf freuen sich die Jungs. Aber der Platz in Neuenstein ist klein – das wird viele Zweikämpfe geben, und das liegt uns nicht unbedingt.“ Dennoch sieht Veapi seine Mannschaft gut gerüstet: „Im vergangenen Spiel hatten wir viele Szenen, in denen wir es richtig gut gemacht haben. Gegen Neuenstein wird das ein kampfbetontes Spiel, aber wir schauen auf uns. Unser Kader ist wie letzte Woche – wir sind schlagkräftig.“
Ganz anders die Stimmungslage bei der SG Neuenstein. Trainer Fabian Kallée findet klare Worte zur bisherigen Saisonleistung: „Wir haben alles vermissen lassen, was man vermissen lassen kann. Die Fehlerquote ist viel zu hoch, wir verteidigen nicht konsequent, verlieren zu viele Bälle – und fangen uns viel zu einfache Gegentore.“ Auch das Spiel gegen den Ball funktioniere nicht wie geplant: „Wir wollen vorne verteidigen, aber das klappt überhaupt nicht.“ An der Trainingsarbeit liegt es laut Kallée nicht: „Die Jungs geben Gas. Aber aktuell führt nichts zum Erfolg. Das nimmt sie natürlich mit, sie haben den Kopf unten – ich versuche, sie immer wieder aufzubauen.“ Positiv bleibt dem Coach nur wenig in Erinnerung: „Die ersten 30 Minuten gegen Thalau waren ganz ordentlich. Ansonsten gab es kaum Lichtblicke.“ Trotzdem richtet er den Blick nach vorn: „Wir arbeiten hart, analysieren die Fehler, wiederholen die Situationen im Training – aber wir haben noch nicht die Lösung gefunden. An der Situation sind wir selbst schuld.“ Für das Derby gibt Kallée dennoch ein klares Ziel aus: „Wir wollen dem Gegner das Leben so schwer wie möglich machen und ihnen die Lust nehmen. Niederaula hat eine bockstarke Mannschaft, die reiten eine Erfolgswelle. Aber wir wollen dagegenhalten – auch wenn unser Kader aktuell nicht groß ist. Natürlich wollen wir gewinnen.“ Ob es für die ersten Punkte der Saison reicht, wird sich am Donnerstagabend zeigen. Klar ist: Derbys schreiben ihre eigenen Geschichten – und auch für einen Tabellenletzten ist nichts unmöglich.
