Schon beim Rundgang durch die Schule stellte Schuldirektor Ulf Brüdigam immer wieder fest: Es sind zu viele Schüler und zu wenig Platz. Immer wieder ging er auf Herausforderungen in der Differenzierung des Unterrichts, gerade mit Blick auf die in ihren Lernanforderungen immer heterogener werdende Schülerschaft, die Größe der Klassenräume, aber auch die Kapazitäten in Sachen Sportunterricht ein. So müssten beispielsweise die Schüler der fünften, zehnten und elften Klassenstufe Schwimmen als Sportangebot nutzen, da es in der bestehenden Sporthalle einfach nicht genug Platz gebe, um ein Wahlangebot durchzuführen. „Wir kommen einfach an die Grenzen unserer Kapazitäten“, erklärte der Schulleiter.
Es ist klar: Die Schule muss größer werden, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Um das umzusetzen, hat die Stadt Fulda bereits 2024 ein Planungsbüro beauftragt, eine umfassende Bedarfs- und Machbarkeitsanalyse durchzuführen. Dabei sollte festgestellt werden, welche konkreten Handlungsbedarfe an der Fuldaer Europa-Schule vorliegen und wie diese potenziell umgesetzt werden können. Die Ergebnisse stellte Sina Steinbrück, Projektleiterin im Bereich Architektur bei conceptK, in der Ausschusssitzung vor und führte auch gleich zwei mögliche Planungskonzepte an. Beide Konzepte sehen einen Erweiterungsbau am Bestandsgebäude sowie einen Neubau der bisherigen Sporthalle vor. „Es ist völlig klar: Die Schule ist mittelfristig sanierungsbedürftig“, stellte Steinbrück nach ihrer Präsentation als Fazit heraus. Um langfristig zukunftsfähig zu sein, müsse die Schule gleichzeitig saniert und um einen Neubau erweitert werden.
Unterschiede zwischen den beiden Baukonzepten lagen hauptsächlich in der Lage und Größe der Sporthalle sowie in Kosten, Bauzeit und Bauplanung. So wäre die erste Variante mit 31 Millionen Euro statt 35 Millionen Euro Baukosten zwar vier Millionen Euro günstiger und gut sechs Monate schneller umsetzbar, allerdings auch deutlich weniger umfangreich gewesen. Trotz der höheren Kosten entschied sich der Ausschuss einstimmig für die größere Variante. „Wir sehen darin die deutlich bessere Lösung für die Schule“, erklärte Ausschussvorsitzender Dr. Albert Post.
Klare Vorteile sah der Ausschuss in der flexibleren möglichen Bauaufteilung aber auch in der nachhaltigen Hilfe für die Schule. „Wir sprechen hier von einer rund 1000 Quadratmeter größeren Sporthalle“, stellte Schuldezernent Dag Wehner klar. Der Planungs- oder gar Baubeginn für die Erweiterung stehe aber noch nicht fest.
