Was für ein Moment: Der zweite Weltrekord an einem Wochenende war in trockenen Tüchern, als Notar Michael Kranz das Ergebnis der Messung bekanntgab. Am Samstag hatte Bürgermeister Benjamin Tschesnok den ersten Stich gesetzt, stundenlang glühten dann abseits des Handmademarktes die drei Nähmaschinen, an denen die Besucher zugeschnittene Stoffreste aneinandernähten. Am Samstag wurde von 12.30 Uhr bis 17 Uhr gearbeitet, am Sonntag dann von 10 bis 17 Uhr. Ein riesiger Berg lag schließlich auf dem Boden – eine Länge abzuschätzen, war fast unmöglich.
„Wir haben immer in Acht-Meter-Sequenzen gemessen“, erzählten die beiden „Nähdels“ Sandra Kanther aus Hünfeld und Tanja Hahner aus Nüsttal, am Montagmorgen. Nach den ersten Metern dachten beide: „Das haut nicht hin“, und schätzten, bei 100 bis 120 Metern zu enden. Gefordert waren 250 Meter für den neuen Weltrekord. Doch das Ergebnis war schließlich überwältigend: Knapp 340 Meter lang wurde die Stoff-Reste-Kette. Ob 60, 70 oder 80 Zentimeter hintendran hingen, wussten beide im Freudentaumel schon gar nicht mehr so genau.
„Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle“, konnten beide die zurückliegenden Tage nur schwer beschreiben: Der „Stichtag“ der „Nähdels“ endete mit zweimal riesigem Jubel, aber auch Gedanken ans nächste Event. „Wir haben tatsächlich am Montagmorgen schon zwei Stunden telefoniert und für 2026 geplant“, sagten Hahner und Kanther: „Die Grundideen sind schon da, jetzt schauen wir, was wir davon umsetzen. Im November gehen die Tickets in den Verkauf, bis dahin muss alles stehen“. Erstmal können aber noch die Weltrekorde genossen werden, wenngleich der Montag doch etwas schnell für die beiden kam: „Es war ein Wochenende voller Euphorie und Adrenalin, ein großer Hype, und auf einmal ist es vorbei. Wir feiern und stoßen jetzt mit Schlaf an“, lachten beide.
Stichtag der Nähdels wieder ein voller Erfolg – „Es war mega“ – Fotos
