Josef Hahner vom Weinhandel Jupp Hahner begrüßte gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und den Ehrengästen die zahlreichen Besucher im Schlosshof. „Genau hier an diesem Ort ist vor 250 Jahren der Spätlesereiter angekommen, um dem damaligen Fürstabt die Erlaubnis für die Weinernte abzunehmen“, erklärte Hahner. Aufgrund dessen prompter Verspätung auf dem Rückweg, wurde – so die Geschichte – damals eine neue Form der Weinlese erfunden. Dieses historische Ereignis werde zum Jubiläum natürlich wieder aufleben gelassen, berichtete der Veranstalter weiter: „Der Leiter des Weingutes auf Schloss Johannisberg Stefan Doktor wird persönlich auf dem Fahrrad hier ankommen und beim Oberbürgermeister die Erlaubnis für die Weinlese einholen.“ Scherzhaft fügte er hinzu: „Wir sind sehr gespannt, was ihm auf seinem Rückweg zustößt.“ Abschließend wünschte er tolle zwei Wochen voller Lachen, Tanzen und gemeinsamer Freude.
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der sich als Schirmherr des Weinfestes bereiterklärt hatte, freute sich wie ein Schneekönig über den Start des Weinfestes. „Für uns ist das ein fantastisches Jubiläum, dass weltweit in der Weinkultur bedeutsam ist“, lobte er zum Start. Er dankte für die Ehre des hohen Besuches, denn zum Auftakt waren gleich zwei Weinoberhäupter zu Gast: Die fränkische Weinprinzessin Elena Weißenberger und die Weinkönigin aus dem Rheingau Lena Orth, die beide – ebenso wie das Fuldaer Hessentags-Paar Vera und Max Dudyka – kurze Grußworte sprachen und den Gästen eine schöne Zeit voller Genuss wünschten. Nach einem kurzen historischen Rückblick zur Erfindung der Spätlese und der Geschichte des Fuldaer Weinbaus, eröffnete der OB dann offiziell das Weinfest, bevor es pünktlich zum Ende des offiziellen Teils zu stürmen begann.
Das Wetter machte offenbar auch vor dem großen Jubiläum nicht Halt und sorgte für etwas Chaos im Schlosshof. So wurde beispielsweise einer der aufgestellten Schirme quer über den Platz geschleudert. Schirmherr OB Dr. Wingenfeld musste sogar mit anpacken. Doch nach der ersten Schrecksekunde, suchten sich die Gäste mit einem Glas Wein in der Hand Schutz vor dem Wetter und feierten munter weiter den Festauftakt. Nach knapp einer Stunde spielte dann auch die Band wieder und die Feierlichkeiten wurden, zwar etwas nasser als vorher, aber immer noch sehr stimmungsvoll, fortgesetzt. Auch der Oberbürgermeister nahm den Vorfall mit Humor. „Da hat ja wohl der ‚Schirm‘-Herr völlig versagt“, scherzte er mit Blick auf das schlechte Wetter.
