Der Sinntaler wurde seiner Favoritenrolle gerecht und qualifizierte sich mit zwei gewonnenen Wettkämpfen souverän für das Finale. Am 30. August kann Martin in Wildhaus (Schweiz) nicht nur zum sechsten Mal Deutscher Meister, sondern auch zum ersten Titelträger der neugegründeten DACH-Meisterschaft werden.
Danny Martin konnte es kaum glauben: Während er auf seinem Springboard in zwei Metern Höhe stand und auf die Stoppuhr schaute, registrierte er, was ihm gerade gelungen war. Seine Siegerfaust ging nach oben und das Lächeln wurde breit. Zum ersten Mal in seiner Sportholzfäller-Karriere holte sich Martin den Sieg in dieser Axtdisziplin, für welche die Sportler definitiv schwindelfrei sein und einen guten Gleichgewichtssinn haben müssen. Mit der Axt werden dabei ‚Taschen‘ in einen zwei Meter hohen Baumstamm geschlagen, um über Bretter daran hochzuklettern und oben einen Block zu durchtrennen. Die neue persönliche Bestzeit von 1:03,42 Minuten war der Startschuss für einen Wettkampf, in dem Martin die Konkurrenz dominierte. Einzig der zwölffache österreichische Staatsmeister Armin Kugler fügte dem Deutschen kleine Nadelstiche zu, konnte schlussendlich mit dreizehn Punkten Abstand zur Tabellenspitze aber nicht am Sieg des Sinntalers rütteln. Kugler wurde Zweiter, Dritter das Nachwuchstalent Florian Hägele aus Baden-Württemberg.
„Zweiter Wettkampf, zweiter Sieg, das gibt Selbstvertrauen“, freute sich Danny Martin, nachdem er seine Medaille entgegengenommen hatte. „Das heißt aber nicht, dass ich nichts mehr tun muss. Unser Finale wird durch die Schweizer und Österreicher in diesem Jahr so hart wie nie zuvor. Wenn ich erster DACH-Meister werden will, muss ich noch mehr arbeiten.“ Doch bevor es zum Dreiländervergleich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt, misst Danny Martin sich am Sonntag (17. August) mit Athleten aus zehn anderen Nationen. Er wird an der European Trophy in Lage Vuursche in den Niederlanden teilnehmen. Dort trifft er unter anderem auf die Meister aus Schweden, Polen und Großbritannien und erneut auf Armin Kugler. Im Intern | Internal Trophy-Format wird Martin vier Disziplinen hintereinander im direkten Mann-gegen-Mann-Duell bestreiten. Der jeweils langsamste Athlet scheidet aus. Auch wenn er es momentan nicht aussprechen würde, so hat der 37-Jährige den deutschen Trophy-Rekord im Hinterkopf, den er knacken möchte und zu dem es von seiner persönlichen Bestzeit auch nicht weit ist. Dafür muss der gebürtige Hesse zunächst die Qualifikationsrunde am Sonntagmorgen überstehen. Im vergangenen Jahr schied er dabei aufgrund eines Fehlers aus und durfte beim späteren Wettkampf nur zusehen. In seiner aktuellen Form ist Danny Martin allerdings alles zuzutrauen und eine ernstzunehmende Konkurrenz unter den europäischen Spitzenathleten.
