„Liebe Community, am 12.07.2025 haben wir gemeinsam mit euch Fulda ein wenig bunter gemacht und Sichtbarkeit für queere Vielfalt und Anliegen geschaffen. Zusammen mit vielen Unterstützer*innen konnten wir ein buntes Rahmenprogramm mit großartigen Reden, Acts und künstlerischen Beiträgen anbieten. Wir sind begeistert davon, dass 2000 Menschen mit uns während der Demo durch die Straßen Fuldas gezogen sind, um ein politisches Zeichen für queere Rechte zu setzen“, schreiben die Verantwortlichen des CSD Fulda in einer Nachlese, die an die Medien versendet wurde.
Die Organisatoren danken allen Beteiligten, die auch zum Teil weite Anreisen auf sich genommen hätten: „Wir sehen euer Engagement und sind euch hierfür enorm dankbar. Ihr habt alle dazu beigetragen, dass der CSD so eine gelungene Pride werden konnte“, so das Orga-Team.
Für queere Rechte zu kämpfen, heiße, für Menschenrechte zu kämpfen. Initiator*in Emily Charlotte Rödel sagte: „Queerer Kampf bedeutet Klassenkampf. Queerer Kampf bedeutet, konsequent feministisch und solidarisch auf die Straße zu gehen. Queerer Kampf heißt, Seite an Seite mit allen Unterdrückten dieser Welt zu stehen – von Fulda bis Gaza, von Fulda bis Kiew, von Fulda bis Florida, von Fulda bis Ungarn.“ Es sei auch deutlich geworden, dass der Kampf für gleiche Rechte für alle Menschen noch nicht beendet sei: „Wir werden weiterhin laut (und auch mal unbequem) sein“.
Da der CSD eine politische Veranstaltung ist, sei den Organisatoren wichtig, die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und einzelnen Teilnehmenden während der Demo aufzuarbeiten: Es kam teils zu gewaltvollen Auseinandersetzungen, obwohl zu Beginn zum friedlichen und rücksichtsvollen Protest aufgerufen wurde – und später im Rahmen einer polizeilichen Maßnahme auch zu einer Verhaftung.
„Derzeit arbeiten wir intensiv an der Aufarbeitung dieser Ereignisse. Erste Gespräche mit den Beteiligten haben bereits stattgefunden. Wir streben an, dass weitere folgen. Trotz dieser Bemühungen wird es nicht möglich sein, alle Geschehnisse und Vorfälle lückenlos aufzuklären“, teilt das CSD-Team mit: „Momentan sammeln wir Erfahrungsberichte von Teilnehmenden. Einige betroffene Personen haben uns dabei berichtet, dass sie Gewalt beziehungsweise Anfeindungen seitens der Polizei erlebt haben. Wir möchten daher betonen, dass wir auch das Vorgehen der Polizei kritisch sehen und hierzu weitere Gespräche mit Verantwortlichen führen werden. Die Aufarbeitung diesbezüglich ist derzeit noch nicht abgeschlossen“.
Auch eine eigene Reflexion gehöre für die Verantwortlichen dazu: „Unser Schutzkonzept während der Pride umfasste die dauerhafte Verfügbarkeit eines geschulten Awareness-Teams, eine ausreichende Zahl von Ordner*innen sowie niedrigschwellige Kommunikationswege zwischen Versammlungsleitung und Ordnungsbehörden“. Unmittelbar nach der genannten Verhaftung konnten daher auch direkt Unterstützung angeboten und Gespräche geführt werden. „Diese Situation war jedoch auch für uns herausfordernd. Um auf solche Situationen noch besser vorbereitet zu sein, braucht es eine konstruktive Auseinandersetzung mit allen Beteiligten, die ihre Blickwinkel mit uns teilen“, finden die Verantwortlichen, die den „wechselseitigen Austausch mit betroffenen und unterstützenden Menschen“ bräuchten.
„Um gemeinsam für unsere Demokratie und gleiche Rechte für alle zu kämpfen, dürfen wir uns nicht spalten. Solidarität erfordert ein Aufeinander-Zugehen und das Aushalten verschiedener Standpunkte. Denn genau das sind Grundwerte einer demokratischen Gesellschaft. Wir freuen uns darauf, für diese Rechte nächstes Jahr wieder mit euch auf die Straße zu gehen“, so das Team zum Ende.
CSD in Fulda: 2000 Menschen für queere Rechte auf der Straße
