Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans-Dieter Alt konnte vor einigen Dutzend Besuchern den gesamten hauptamtlichen Magistrat begrüßen. Vor dem Schlosstheater betonte Alt, dass es der CDU und dem Magistrat wichtig sei „Kultur zu gestalten, um die Attraktivität von Fulda zu erhalten“, was bei den zehntausenden Besuchern sowohl des Theaters als auch der Domplatzkonzerte dem Gastgewerbe und auch dem Handel zugutekäme.
Vom Erfolg der Fuldaer Kulturpolitik berichtete dann Peter Scholz, Geschäftsführer von Spotlight Musical, auch in diesem Jahr mit dem Musical „Robin Hood“, bei dem alle „sehr viel Spaß“ hatten. Nach der tollen Premiere“ mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die „war wirklich begeistert vom Musical und auch der Stadt“ sei auch dieses wieder ein Erfolg. Gerade was die Besucherzahlen angeht sei Fulda herausragend. „Die Päpstin“ wurde schon 200.000 mal besucht – zum Vergleich das bestbesuchte Stück der Bad Hersfelder Festspiele sei in diesem Jahr 29.000 mal besucht worden: „In Fulda zeigt sich der Erfolg, wenn man es auf hohem Niveau macht. Der Charme von Fulda und dem Theater ist am wichtigsten und deshalb werden wir in Fulda bleiben. Nächstes Jahr wird das Musical ‚Schimmelreiter‘ kommen, für das auch schon 7000 Karten verkauft sind.“ Für die Zukunft wünscht sich Scholz wieder eine Aufführung von „Bonifatius“ 2029 auf dem Domplatz – was dann das dritte Mal in jeweils fünfjährigem Abstand wäre. Lob fand Scholz auch für den zügigen Umbau des Theaters während der Coronazeit – andere Städte würden dafür über ein Jahrzehnt brauchen mit provisorischen Ausweichquartieren für die Aufführungen.
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld bedankte sich bei Scholz für die Musicalsommer als Ergebnis von „Leidenschaft und jeder Menge harter Arbeit“. Er sah sich durchaus bestätigt: „Wir verfolgen seit zehn Jahren die klare Strategie, die Innenstadt auch als Kultur- und Erlebnisraum weiterzuentwickeln. Wir sind eine wunderschöne Stadt, was aber nicht ausreicht. Viele kommen wegen dem wundervollen Thema Kultur. Das kommt allen zugute, die das ganze Jahr hier leben. Es sollte uns alle ermutigen, dass wir in einer relativ kleinen Stadt mit Kultur sehr viel erreichen können.“
Nächste Station war der Jerusalemplatz, wo Hans-Dieter Alt mit profundem historischem Wissen beeindruckte. Die Geschichte des alten jüdischen Friedhofs nach der Enteignung während der NS-Zeit in den Nachkriegsjahren führte dabei sogar zu Irritationen zwischen dem damaligen Kanzler Konrad Adenauer und dem damaligen OB Cuno Raabe. Stadtbaurat Daniel Schreiner erläuterte die Umbaupläne des Parks hin zu einem „würdigen Gedenkort“ – wobei er betonte, dass auch andere Friedhöfe keine Parks seien. Der ehemals vor den Toren der Stadtmauern angelegte Friedhof soll dabei wieder mit einem Zaun eingefriedet werden und am Gedenkort werden digital die Daten aller früheren Fuldaer jüdischen Mitbürger aufrufbar sein. Auch das Zollamt steht auf der Friedhofsfläche. Schreiner zeigte sich zuversichtlich, dass die Stadt es zeitnah von der Bundesvermögensverwaltung kaufen kann: „Es ist dann kein Ziel es abzureißen. Wir wollen es würdevoll in den Gedenkort integrieren.“
Weiter ging es ins „Karlchen“, den Älteren besser bekannt als Kaufhaus „Kerbersch Karl“. Zurzeit findet sich dort eine von Thomas Heiler kuratierte Ausstellung über die Anfänge der Demokratie in Fulda nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Amerikaner kamen. „Ich halte es für wichtig, dass zu vermitteln“, so OB Wingenfeld. Im dritten Geschoss hat die Kinderakademie einen Indoorspielplatz eingerichtet, bei Erfolg durchaus auf Dauer. Weiter ist im Gebäude die „Zahnmedizinische Fakultät“ geplant. Im nächsten Jahr während des Hessentags wird bei „Kerbersch“ aber erst einmal die Landesausstellung stattfinden. Ein neues Konzept, diese zentral in einem festen Gebäude zu beheimaten, anstatt in einem mehrere tausend Quadratmeter großen Zelt – wofür es in Fulda auch schwierig sei, eine geeignete Fläche zentral zu finden. Dominik Höhl von der Stadtverwaltung stellte die Planungen vor. Die dabei geschaffene Infrastruktur ist darauf ausgelegt, sie nachhaltig zu nutzen. Hans-Dieter Alt freut sich, sicher nicht als einziger, schon auf die Eröffnung: „Vielleicht wird es wieder die Bilder geben wie früher beim Winterschlussverkauf.“ Seinen Abschluss fand der Rundgang am „Pier36 Fulda“, wo es neben angeregten Gesprächen mit dem Auftritt der Band Leo auch, wohl eher zufällig, wieder Kultur gab.
