„Mit Blick auf die Aufstellung war Düsseldorf aber auch favorisiert heute“, erklärte Maberzells Präsident Stefan Frauenholz nach der Partie: „Sie hatten mit Dang Qiu und Kanak Jha zwei Topspieler dabei, die in der Weltrangliste nicht umsonst da stehen, wo sie stehen.“ Ärgerlich sei die Niederlage natürlich trotzdem.
Einzig Topstar Dimtrij Ovtcharov ging am Freitagabend in der Esperantohalle aus Maberzeller Sicht als Sieger von der Platte: Gegen den Chinesen Yongyin Li bewies der 36-jährige Nervenstärke und setzte sich in fünf Sätzen durch. Für seine Teammitglieder lief jedoch wenig bis gar nichts zusammen. Rückkehrer Jonathan Groth ging an Position eins gesetzt in die Partie und eröffnete den Abend gegen den Deutschen Weltranglistenzwölften Dang Qiu. Dem Dänen war die Nervosität bei seinem ersten Auftritt für die Maberzeller nach mehr als sieben Jahren phasenweise anzumerken – Qiu allerdings präsentierte sich in beeindruckender Form und zwang Groth in kurzen Ballwechseln immer wieder zu einfachen Fehlern.
Ähnlich frustrierend aus TTC-Sicht war der Auftritt von Fanbo Meng, der gegen den starken US-Amerikaner Kanak Jha praktisch chancenlos war. Nach nicht einmal 20 Minuten war die Partie zwischen Meng und Jha schon wieder beendet, ganze zwölf Punkte waren dem Sohn von Trainer Qing Yu Meng vergönnt: Nach dem 4:11, 5:11, 3:11 standen die Gastgeber schon mit dem Rücken zur Wand. Dann allerdings gewann Ovtcharov seine Partie gegen Yonglin Li und verlieh den Zuschauern in der Esperantohalle neue Hoffnung – die ihr Team, angeführt vom Maberzeller Fanclub, auch nach dem deutlichen Rückstand immer wieder anfeuerten. Ovtcharov verkürzte nach dem Sieg im Fünfsatzkrimi auf 1:2, jetzt war wieder Groth gefordert, diesmal gegen Kanak Jha. In seinem zweiten Spiel des Abends präsentierte sich der Däne deutlich verbessert und bat seinem Kontrahenten durchgehend Paroli. Die Schlüsselszene ereignete sich bereits im ersten Satz: Beim Stand von 10:8 vergab Groth zwei Satzbälle, Jha hatte die besseren Nerven und sicherte sich den Durchgang mit 13:11. „Wenn Jonathan den ersten Satz zumacht, hat er das Spiel in der Tasche“, mutmaßte Frauenholz und fügte an: „Dann gehen wir ins Doppel und das ist immer 50:50.“ Dazu sollte es jedoch nicht mehr kommen – Groth glich in Sätzen zwar nochmal aus, nach dem 8:11 und 4:11 im vierten und fünften Satz war die Partie allerdings nach knapp drei Stunden beendet. Ärgerlich aus Maberzeller Sicht, unter dem Strich allerdings verdient.
TTC Rhön Sprudel Fulda-Maberzell – Borussia Düsseldorf 1:3
Jonathan Groth – Dang Qiu 0:3 (6:11, 4:11, 7:11)
Fanbo Meng – Kanak Jha 0:3 (4:11, 5:11, 3:11)
Dimitrij Ovtcharov – Yongyin Li 3:2 (11:7, 8:11, 11:6, 9:11, 11:6)
Jonathan Groth – Kanak Jha 1:3 (11:13, 11:6, 8:11, 4:11)
Zuschauer: 1600.
