Dr. Willi Paulo Link wurde am 28. April 1939 in Stellberg (Ebersburg/Rhön) als zweites von sechs Kindern eines Landwirtsehepaars geboren. Die letzten Schuljahre lebte er als Internatsschüler im Bischöflichen Konvikt, bis er 1959 am Fuldaer Domgymnasium sein Abitur ablegte. Danach studierte er bis 1965 Theologie und Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Fulda und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort wurde er am 10. Oktober 1965 von Kardinal Julius Döpfner zum Priester geweiht.
Nach seiner Kaplanszeit an St. Johannes in Marburg wurde er 1969 zu weiteren Studien freigestellt. Von 1971 an wirkte Link als Missionar in Carapicuiba am Rande von São Paulo und war mehr als 30 Jahre lang als Zentralpräses des Brasilianischen Kolpingwerkes tätig. 1984 wurde er mit dem Adolph-Kolping-Preis und 1986 mit dem Heinrich-Pesch-Preis des Verbandes der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine UNITAS ausgezeichnet. 1994 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Monsignore, 2011 Bischof Heinz Josef Algermissen aufgrund seiner vielschichtigen Verdienste zum Wohle der Menschen zum Geistlichen Rat ad honores.
Im Jahre 2001 wurde ihm in Fulda der „Winfried-Preis“ der Dr.-Waider-Stiftung für Völkerverständigung und Frieden verliehen. Im April 2005 wurde er durch den deutschen Generalkonsul in São Paulo mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Eng verbunden blieb Padre Dr. Willi Paulo Link stets mit seinem Heimatbistum Fulda. Er wurde zum Brückenbauer im besten Sinne: Regelmäßig berichtete er von seiner Arbeit und den Herausforderungen, vor denen er und die Menschen in Brasilien standen. Maßgebliche Stütze dabei waren seine Schwester Gertrud und der „Förderkreis Brasilien – Hilfe zur Selbsthilfe e. V.“
Die Diözese von Osasco hat sich in einem Requiem von Padre Link verabschiedet. Dem Wunsch des Verstorbenen entsprechend wird er in seiner Heimat seine letzte Ruhe finden. Termine für Requiem und Beisetzung stehen noch nicht fest.
Erster Preisträger des Winfriedpreises verstorben
Auch die Stadt Fulda trauert um den ersten Träger des Winfriedpreises, Monsignore Pater Paulo Link. Der Priester aus der Diözese Fulda verstarb im Alter von 86 Jahren in seiner Wahlheimat Brasilien. Geboren 1939 in Stellberg (Ebersburg/Rhön), studierte er bis 1965 Theologie und Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Fulda und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort wurde er am 10. Oktober 1965 von Kardinal Julius Döpfner zum Priester geweiht.
1971 ging er als Missionar nach Brasilien, wo er fast 40 Jahre lang als Nationalpräses des Brasilianischen Kolpingwerkes tätig war. Sein Lebenswerk war der Aufbau und die Entwicklung des katholischen Sozialverbandes in ganz Lateinamerika und vor allem in Brasilien. Ziel seiner Arbeit war der Aufbau sozialer Strukturen für die ärmsten Bevölkerungsschichten, damit diese Perspektiven für ein menschenwürdiges Leben entwickeln können. Insbesondere Familien, Frauen, Kinder und Jugendliche standen im Fokus seines Engagements. In Anerkennung seiner Arbeit erhielt er im Jahr 2001 als erster Preisträger den neu geschaffenen Winfriedpreis für Völkerverständigung und Frieden. 2005 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
„Pater Link war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Leben und Wirken – besonders für die Ausweitung der Kolpingarbeit – in ganz Lateinamerika Spuren hinterlassen hat. In Würdigung seines unermüdlichen Einsatzes für soziale Projekte und internationale Zusammenarbeit wurde er mit dem Winfriedpreis der Stadt Fulda ausgezeichnet“, so Bürgermeister Dag Wehner.
Stichwort: Winfriedpreis der Stadt Fulda
Gestiftet wird der Winfried-Preis der Stadt Fulda von der Dr. H. G. Waider-Stiftung. Namensgeber ist der Heilige Winfried Bonifatius, der in Fulda begraben ist und bisweilen als der „erste Europäer des Frühmittelalters“ bezeichnet wird. Stifter des Winfried-Preises ist der 1926 in Fulda geborene Unternehmer Dr. Heinz G. Waider (gestorben 2015 in Neuss). Er war aufgrund seiner persönlichen Kriegserfahrungen überzeugt, dass Kriege nur durch ein offenes und friedliches Neben- und Miteinander aller Menschen verhindert werden können. Aufgrund der besonderen Verbundenheit des Stifters mit der Stadt Fulda wird der Preis hier verliehen.
