„Wir hatten schon lange die Idee, bei einem besonderen Spiel zurück ins Stadion zu gehen – ursprünglich war das mal für eine mögliche Relegation angedacht“, erzählt Borussias Vorsitzender Oliver Hasenauer. Dass es nun das Derby diesen Herbst gegen die Germania wird, passt perfekt: „Das ist einfach Gänsehaut für den ganzen Verein.“
Tatsächlich ist die Rückkehr in die Johannisau für Borussia Fulda ein emotionales Kapitel. Das letzte Heimspiel im Stadion liegt über sieben Jahre zurück – seither hat sich im Verein viel verändert. „2018 standen wir sportlich und strukturell vor dem Nichts. Teilweise hatten wir nur vier Zuschauer auf dem Platz. Heute haben wir eine komplett neue Vereinsführung, sind sportlich aufgestiegen und fast schuldenfrei – das ist wie ein Neustart gewesen“, sagt Hasenauer. Umso größer ist nun die Vorfreude auf den 17. September – ein Flutlichtspiel in der alten Heimat, mit allem, was dazugehört.
Von der Idee zur Umsetzung
Ganz so einfach war der Weg ins Stadion aber nicht. Auch wenn die Stadt Fulda laut Hasenauer „sehr kooperativ“ war, musste zunächst ein Sicherheitskonzept vorgelegt und genehmigt werden. „Es ist ja letztlich nur ein Kreisoberligaspiel – aber wir rechnen mit einer vierstelligen Zuschauerzahl, da mussten wir gewisse Anforderungen erfüllen“, erklärt Hasenauer. Aktuell stehen Haupt- und Gegentribüne zur Verfügung, der Vorverkauf soll kommende Woche starten – zum regulären Preis von vier Euro.
Parallel laufen die organisatorischen Vorbereitungen auf Hochtouren: „Wir stellen jetzt Ordner, suchen Verkäufer, planen Imbissstände – es geht los“, sagt Hasenauer. Besonders erfreulich sei dabei die gute Zusammenarbeit mit Germania Fulda. „Mit Leutrim Guri, dem sportlichen Leiter der Germania, war der Austausch super. Wir hoffen sogar, ein paar Dinge gemeinsam umzusetzen – etwa die Balljungs.“
Emotionale Rückkehr in die „alte Heimat“
Für viele im Verein ist das Spiel in der Johannisau auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. „Das Stadion ist unsere alte Heimat. Mein Vater Rolf ist 80 und schon ewig Vereinsmitglied – für ihn wird das ein ganz besonderer Tag“, erzählt Hasenauer.
Und auch wenn Borussia als Tabellenführer sportlich derzeit bestens dasteht, wünscht sich der Vorsitzende ein echtes Topspiel – auch in der Tabelle: „Ich hoffe, dass Germania bis dahin noch ein paar Punkte holt, dann wird es auch sportlich ein Derby auf Augenhöhe.“
Ein Detail liegt dem Verein noch besonders am Herzen: Borussia bemüht sich aktuell darum, für das Derby ein offizielles Schiedsrichtergespann zu bekommen – was in der Kreisoberliga eigentlich nicht vorgesehen ist. „Das würde einfach dem Rahmen gerecht werden und beiden Mannschaften helfen“, so Hasenauer.
Ein Spiel für die ganze Stadt
Das Derby im Stadion soll kein Einzelfall bleiben – aber zunächst ist es bewusst als einmaliges Ereignis geplant. Auch finanziell bringt das Spiel natürlich Rückenwind für die Vereine. „So eine Partie hilft uns enorm – gerade jetzt, wo wir wirtschaftlich fast wieder auf sicheren Beinen stehen.“
Für Borussia Fulda, den Verein, der sich aus schwierigen Zeiten zurückgekämpft hat, ist die Partie am 17. September weit mehr als ein Punktspiel. Es soll ein Symbol dafür werden, was möglich ist, wenn Leidenschaft, Geduld und Zusammenhalt aufeinandertreffen. Oder wie Hasenauer es sagt: „Wir freuen uns riesig – und hoffen, dass das Spiel auf dem Platz genauso besonders wird wie das Drumherum.“
Das Video der Borussen zum Spiel ist auf den sozialen Medien des SCB zu finden, unter anderem auf Facebook: https://www.facebook.com/reel/692332883861576. Infos zum Ticketverkauf folgen demnächst.
