Lokales FD 21.08.2025

Bleibende Verdienste: Winfried Fassbinder erhält Landesehrenbrief

Fulda (pm/pf) – Im feierlichen Rahmen bei einem Empfang im Grünen Zimmer des Fuldaer Stadtschlosses ist der ehemalige Direktor der Medizinischen Klinik III am Klinikum Fulda, Prof. Dr. med. Winfried Fassbinder, mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Auch wenn er sich zweifellos große Verdienste um die medizinische Versorgung in Osthessen und die hessische Ärzteschaft erworben hat – den Landesehrenbrief erhielt er nicht als Mediziner, sondern für sein ehrenamtliches Engagement: als Impulsgeber und Mitstreiter für die „Fuldaer Tafel“ sowie als langjähriges Vorstandsmitglied des Fördervereins für die Telefonseelsorge Fulda.

Bei der Verleihung des Ehrenbriefs im Grünen Zimmer (von links): Bürgermeister Dag Wehner, Prof. Dr. med. Winfried Fassbinder, Ulrike Fassbinder und OB Dr. Heiko Wingenfeld. Fotos: Stadt Fulda

„Genau dieses über Jahrzehnte andauernde Ehrenamt, das ist es, was der Stifter des Landesehrenbriefs, der damalige Ministerpräsident Albert Osswald, 1973 im Sinn hatte, als er die Kriterien für den Ehrenbrief festlegte“, erläuterte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld bei der Verleihung. Prof. Fassbinder habe die geforderten zwölf Jahre an ehrenamtlichem Wirken bereits in mehrfacher Hinsicht erfüllt, betonte der OB.

Er beleuchtete unter anderem noch einmal die wichtige Rolle, die der Geehrte bei der Gründung der Fuldaer Tafel am 29. Januar 2004 spielte, „schließlich trägt er die Mitgliedsnummer 2“, sowie sein permanentes Engagement in den folgenden beiden Jahrzehnten, als er sich immer wieder für verschiedene Vorstandsämter in die Pflicht nehmen ließ. Die „Fuldaer Tafel“ sei ein schönes Beispiel für eine mustergültige bürgerschaftliche Initiative für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stünden, sagte der OB. Als Ehrungsanreger ergänzte der amtierende Vorsitzende der Tafel, Stefan Schunck, auch den persönlichen Einsatz Fassbinders bei der Suche nach geeigneten Persönlichkeiten für Vorstandsämter sowie seine „hervorragenden Kontakte nach Wiesbaden“.

Der besondere Dank Wingenfelds und Schuncks galt auch Fassbinders Ehefrau Ulrike, die die sechsköpfige Familie gemanagt habe und es ihrem Mann so ermöglicht habe, sich auch im Bereich der berufsständischen Organisationen, zum Beispiel als langjähriger Organisator des Hessischen Internistentgas, umfassend zu engagieren. Zusammen mit dem OB nahm Bürgermeister Dag Wehner die Ehrung des Ehepaars Fassbinder vor.

Mit launigen Worten blickte der Geehrte selbst auf sein Engagement sowie seine berufliche Zeit in Fulda zurück, die 1988 – im damaligen „Zonenrandgebiet“ mit der Berufung zum Direktor der seinerzeit neugegründeten Medizinischen Klinik III am Klinikum Fulda sowie zum Ärztlichen Leiter des KfH-Dialysezentrums in Fulda begann. Auch auf die Umstände, wie es dazu kam, dass der neue Chefarzt seinen Wohnsitz nicht – wie vom damaligen OB Dr. Wolfgang Hamberger dringend empfohlen – in der Stadt Fulda, sondern in der Nachbarkommune Künzell nahm, ging Prof. Fassbinder ein. Die Ehrung jedoch konnte im Fuldaer Stadtschloss stattfinden und nicht am Wohnort – schließlich fand das berufliche und ehrenamtliche Wirken vor allem in der Stadt Fulda statt.

Vor seiner Zeit in Fulda war der gebürtige Bad Schwalbacher übrigens als Professor an der Frankfurter Goethe-Universität und am Universitätsklinikum Frankfurt tätig gewesen. In Fulda wirkte er dann als „Pionier und Wegbereiter“ – wie es OB Wingenfeld ausdrückte – in der Nephrologie und Nierenersatztherapie mit Dialyse und Transplantation. 1989 gelang ihm gemeinsam Prof. Konrad Planz die erste Nierentransplantation in Fulda – und die damals verpflanzte Niere ist heute noch in Funktion.