Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Ausschusses, Dorothee Hauck-Hiersch, konnten sich die anwesenden Mitglieder bei einem Rundgang durch das Stadtteilzentrum Ostend einen Überblick darüber verschaffen, was aus dem ehemaligen Georg-Stieler-Haus geworden ist: Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen sind dort mittlerweile mehrere Institutionen eingezogen, beispielsweise der Jugendclub Ostend, die Erziehungsberatung, die Fachstelle Frühe Hilfen des Landkreises, der Pflegekinderdienst, die Jugendhilfe im Strafverfahren und die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle von Stadt und Landkreis Fulda sowie der Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg. Alle Anlaufstellen sind zudem barrierefrei mit einem Aufzug zu erreichen und beinhalten hochwertige Büro- und multifunktionale Stadtteilräume. Im Jugendclub, der in der untersten Etage des Gebäudes beheimatet ist, können die Heranwachsenden beispielsweise auf eine vielfältige Anzahl von Bildungs- und Freizeitangeboten zurückgreifen. Der zugehörige Außenbereich ist indes noch nicht vollständig fertiggestellt. „Das ist noch in Arbeit, außerdem soll draußen noch ein Parkdeck entstehen“, erläuterte Fuldas Bürgermeister Dag Wehner.
Neben dem Jugendclub besuchten die Mitglieder im Rahmen der Besichtigung unter der Führung von Stadtteil-Koordinatorin Katharina Aschenbrücker außerdem die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in der obersten Etage. Dort dreht sich alles um Hilfestellungen bei der Erziehung von Kindern sowie Beratungen bei Problemen im Alltag mit Kindern und Jugendlichen. „Gerade heute hatten wir beispielsweise wieder einen ‚Kinder im Blick‘-Kurs“, berichtete Elke Hohmann vom Sachgebiet Beratung und Adoption „Dabei geht es um Hilfestellungen für Eltern mit Kindern, die getrennt leben“, erzählte Hohmann aus ihrem Arbeitsalltag.
Im Anschluss an die Besichtigung kam der Ausschuss nochmal in einem Seminarraum des Gebäudes zusammen, um sich über die Umsetzung der Istanbul-Konvention in Fulda zu informieren, ein Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Vera Dudyka, stellvertretende Frauen- und Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Fulda, informierte über den aktuellen Stand in der Barockstadt: „Die Istanbul-Konvention basiert im Wesentlichen auf vier Säulen: Prävention, Schutz und Unterstützung, Strafverfolgung sowie Koordinierung und Monitoring.“ Das laufe in Deutschland, aber auch hier in der Region immer besser an. Ein wichtiger Schritt sei beispielsweise die Einführung des Gewalthilfegesetzes gewesen, welches gewaltbetroffenen Frauen einen kostenfreien Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung garantiert. Gleichzeitig seien aber auch die Kommunen in der Pflicht, für Prävention zu sorgen, lokale Koordinierungsstrukturen zu implementieren sowie Unterkünfte und Unterstützungsangebote bereitzustellen, wie Dudyka betonte.
