Lokales VB 28.08.2025

After-Work-Gespräch in Fischborn mit Bürgermeisterin Astrid Staubach

Fischborn (pm/jah) – „Für mehr Frauen in der Politik - Für mehr Mut zur Kandidatur“ – diese Thematik besprach Herbsteins Bürgermeisterin Astrid Staubach am vergangenen Freitag beim After-Work-Gespräch in Fischborn mit den Besuchern. Die klare Botschaft: „Gemeinsam für die Demokratie und das Grundgesetz eintreten. Mit so vielen Frauen zusammenzusitzen und zu spüren, da geht etwas. Das gibt positive Energie und ist ermutigend.“

Bürgermeisterin Astrid Staubach (2.v.l.) und die Moderatorinnen Claudia Blum (links) und Sabrina Wiegand-Mischak (2. v.r.) beim After-Work-Talk in der Zentralstation in Frischborn. Das Interesse der Frauen an der Veranstaltung war groß. Die Zentralstation war bis auf den letzten Platz besetzt. AWO-Kreisvorsitzende Heike Bohl (rechts), die den After-Work-Talk eröffnete, sprach auch das Schlusswort und bedankte sich bei Astrid Staubach für eine sehr lebendige Veranstaltung. Foto: AWO-Kreisverband Vogelsbergkreis e.V.

Die Moderatorinnen der Veranstaltung, Claudia Blum und Sabrina Wiegand-Mischak, hatten genau den richtigen Ton getroffen: Informativ und unterhaltsam, humorvoll und inspirierend schafften sie es, die Zuhörerinnen und Zuhörer - einige Männer waren auch gekommen – in anregende Gespräche einzubinden. Astrid Staubach, seit März 2024 Bürgermeisterin der Stadt Herbstein, hat es verstanden, ihre Zuhörerinnen zu begeistern. Sie ist eine sympathische und offene Persönlichkeit. Sie will für alle Bürgerinnen und Bürger eine verlässliche Ansprechpartnerin sein.

Politisch interessiert war Astrid Staubach schon immer. Zunächst standen aber andere Interessen im Vordergrund: Schule, Ausbildung, Familie, Kinder und natürlich der Sport. Vor zwei Jahren entschied sie dann, ihren sicheren Arbeitsplatz bei der Sparkasse Oberhessen gegen ein Bürgermeisteramt in Herbstein einzutauschen, bewarb sich und gewann die Direktwahl. Diese Entscheidung hat Staubach nicht bereut. Die Arbeit als Rathauschefin macht ihr Freude. Sie ist gern im Dialog mit der Bevölkerung, Die Menschen liegen ihr am Herzen. Die Gestaltung der örtlichen Lebensgrundlagen mit allen, die es angeht, ist ihr wichtig. Sie will dabei ehrlich und authentisch sein, Vertrauen schaffen. Die leidenschaftliche Sportlerin hat sich als Langläuferin über den Vogelsbergkreis hinaus einen Namen gemacht. Sie plädiert dafür, Energie aus dem Sport in den Beruf beispielsweise in die Politik mitzunehmen, „dann hat Frau auch Durchhaltevermögen“, merkte sie mit einem Schmunzeln an. Frauen stünden sich oft durch Selbstzweifel im Weg. Dabei sei das unnötig. Vertrauen in die eigene Kompetenz und ein langer Atem - hier helfe auch der Sport - seien dagegen neben einer ordentlichen Portion gesundem Menschenverstand Erfolgsfaktoren. Wie kann man Frauen für die Politik begeistern, die bisher die Meinung vertreten haben, das ist nichts für mich? Mut machen, antwortet Staubach. Politik sei eine gute Sache, man könne mitgestalten. Frauen könnten interessante Impulse geben, sie sähen die Dinge weniger verbissen, seien breiter aufgestellt, hätten alle Generationen im Blick. „Was für Kinder gut ist, ist auch für die Älteren gut.“ Staubach lehnt es ab, die Generationen gegeneinander auszuspielen. In einer Zeit, in der Frauenrechte wieder beschnitten würden, sei es besonders wichtig, für die erreichten Errungenschaften zu kämpfen. Wir müssen uns als Frauen motivieren und nicht gegeneinander, sondern miteinander für Ziele eintreten, ruft Staubach unter dem Beifall der anwesenden Frauen auf. Für eine Kandidatur sei nicht zwingend ein Parteieintritt erforderlich. Auch parteipolitisch nicht hundertprozentig festgelegte Bewerberinnen um ein kommunalpolitisches Mandat können auf die Wahllisten für die Kommunalwahl am 15. März nächstes Jahr aufgenommen werden, erläuterte Staubach. Eine gute Möglichkeit sei eine Kandidatur im Ortsbeirat, um in die Politik hineinzuschnuppern.

Das After-Work-Gespräch gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung Frauen im Fokus - Chancen für alle: Gleichberechtigung im Vogelsbergkreis zwischen Hürden und Fortschritt.

Unter dem Link können die Themen-Roll-ups eingesehen werden. Dort gibt es auch Informationen zu weiteren Veranstaltungen und Ausstellungsorten. Die Wanderausstellung wurde gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben und wird getragen vom AWO-Kreisverband, dem VdK-Kreisverband und dem Familienbündnis Vogelsberg. Unterstützt wurde das Projekt von Anfang an von den SPD-Frauen und der Frauenunion. Auch der SI-Club Lauterbach und die Sparkasse Oberhessen zählen zu den Förderern.