Neben vielen Hochkarätern der Leichtathletikszene waren, fast schon traditionell, auch fünf Athleten vom Hünfelder SV in Pfungstadt mit dabei: Greta Ritz, Deutsche Vizemeisterin über 400 Meter Hürden, war über die 800 Meter im Zeitlauf fünf von acht.
Ritz sollte schon an die Grenzen gehen, was riskieren. Und das tat sie auch: Die ersten 600 Meter in 96 Sekunden, Durchgangszeit bei 400 Meter waren 62 Sekunden – schon etwas zu schnell. Dann kam der Mann mit dem Hammer und es wurde deutlich langsamer. Die Zeit 2:20,58 Minuten; eine neue persönliche Bestzeit. Aber es war zu sehen, dass es schneller geht. Eine Zeit zwischen 2:12 und 2:14 liegt im Bereich des Möglichen. Linda Schmitt startete direkt nach Ritz und lieferte eine grundsolide Vorstellung. Die Zeit 2:29,08 Minuten. Doch auch sie kann schneller. Direkt danach war Thea Marquart dran: Sie ging das Rennen forsch an. Die ersten 400 Meter in 70 Sekunden. Nach 600 Metern wurden die Beine aber schwer. Im Ziel dann 2:32,98 Minuten; nur 0,03 Sekunden über der Bestleistung.
Über 1500 Meter war dann Lina Veith vom HSV am Start: Sie spulte ihr Rennen wie gewohnt routiniert ab. Im Ziel zeigt die Uhr 5:02,56 Minuten – neue Bestzeit. Im letzten Rennen des Abends, Start um 22.12 Uhr, war dann Felix Veith an der Reihe. Und er schoss sprichwörtlich den Vogel ab: 1500 Meter in 4:16,55 Minuten – das ist in der Hessischen Bestenliste der MJU18 aktuell Platz neun. Und er gehört noch der Altersklasse M14 an; die vor ihm platzierten Athleten sind im Schnitt knapp drei Jahre älter.
Zur Einordnung der Leistungen: Bezogen auf ihren Jahrgang sind das bei allen Hünfeldern Top-Zehn-Platzierungen in Hessen. Für alle Hünfelder war das wieder ein erlebnisreicher Wettkampf; oder: Motivation pur.
Für zahlreiche Starterinnen und Starter war Pfungstadt sprichwörtlich die „letzte Ausfahrt“ zur WM. Wer hier die geforderte Norm nicht erfüllte, muss seine WM-Träume für dieses Jahr begraben. Allein über 800 Meter gingen ein Dutzend WM-Kandidatinnen und doppelt so viele Kandidaten an den Start. Im 1500-Meter-Lauf kämpften vier Frauen und rund 30 Männer um die Norm. Hochkarätige Tempomacher sorgten dafür, dass die Bahn ihrem Ruf als „Schnellmacher“ alle Ehre machte.
Über 800 Meter erfüllten bei den Männern Justin O’Toole (1:44,42, Kanada) und Tiarnan Crorken (1:44,48, Großbritannien und Nordirland) die Norm. Bei den Frauen waren es über die 800 Meter-Distanz Ajee Wilson (1:57,98, USA), Abbey Caldwell (1:58,02, Australien) und Natoya Goule-Toppin (158,80, Jamaika); Kenna Mc Keegan, USA verpasste die Norm mit 1:59,01 um eine Hundertstel-Sekunde.
Über 1500 Meter blieben gleich fünf Männer, Narve Gilje Nordås (3:30,26, Norwegen, Håkon Moe Berg (3:30,28, Norwegen), Vincent Ciattei (3:31,67, USA), Adrian Ben (3:31,70, Spanien) und Pol Oriach (3:31,75, Spanien) unter der Norm. Bei den Frauen hat es keine geschafft. In Pfungstadt wird altersübergreifend gestartet, es zählt alleine die Meldezeit. Damit sind immer spannende Rennen sicher.
