Bei der SG Werratal hat Trainer Uwe Stückrath nach der bitteren Relegation klare Worte gefunden: „Wir haben Lehrgeld gezahlt, jetzt wollen wir daraus lernen und stärker zurückkommen.“ Der Kader blieb weitgehend zusammen, lediglich ein Abgang und ein Neuzugang verändern das Gesicht des Teams, zudem rücken sechs A-Jugendspieler endgültig in den Seniorenbereich auf. Das Ziel ist eine Platzierung unter den Top Vier, perspektivisch soll in den kommenden Jahren wieder ein Aufstieg gelingen. Stückrath warnt aber: „Die Vorbereitung war nicht optimal, und die Jungs müssen verstehen, dass die Saison kein Selbstläufer wird. Wenn wir unsere Qualität abrufen, können wir erfolgreich Fußball spielen.“ Als Hauptkonkurrenten nennt er die SG Haselgrund/Breitenbach, die SG Heinebach/Osterbach, die SG Ludwigsau und ein mögliches Überraschungsteam: „Es gibt immer einen, den keiner auf dem Zettel hat.“
Auch bei der SG Heinebach/Osterbach ist die Stimmung positiv. Trainer Lars Schneider setzt auf Kontinuität und Regionalität: „Wir haben zwei Abgänge, die weh tun, aber die wir gut kompensieren konnten. Unsere Mannschaft besteht überwiegend aus eigenen Spielern.“ Die Vorbereitung verlief solide, das Ziel ist klar: Ein Platz unter den Top Vier, verbunden mit einer schrittweisen Weiterentwicklung. Schneider sieht Werratal und Haselgrund/Breitenbach als die größten Rivalen und freut sich besonders auf die anstehenden Derbys mit Braach/Baumbach und Haselgrund/Breitenbach: „Diese Spiele machen den besonderen Reiz der Liga aus.“ Für ihn ist die Nord-Staffel in dieser Saison sogar einen Tick schwächer besetzt, was den Wettbewerb an der Spitze umso spannender machen könnte – dazugehören will natürlich auch die SG Cornberg/Rockensüß als Absteiger nach ihrem Abenteuer in der Kreisoberliga.
Auch die SG Ludwigsau will im Titelrennen ein Wörtchen mitreden. Trainer Andreas Rygula blickt auf eine vergangene Saison mit Licht und Schatten zurück: Während die Hinrunde vielversprechend verlief, war die Rückrunde enttäuschend. „Wir müssen konstanter werden. Die Qualität im Kader stimmt, und wir wollen von Beginn an oben mitspielen“, so Rygula. Die Vorbereitung verlief zwar holprig, Kritik gibt es aber vor allem am Spielplan: „Trotz nur 15 Mannschaften haben wir im August zwei Doppelspieltage direkt hintereinander.“ Vorteilhaft ist womöglich hingegen die kürzere Saison mit 28 Spielen, während Teams in anderen A-Ligen bis zu 34 Partien bestreiten müssen. Als Überraschungsmannschaft sieht Rygula Haselgrund/Breitenbach an: „Die sind individuell stark und bringen viel Kampfgeist mit.“
Wird es also ein Dreikampf zwischen Werratal, Heinebach/Osterbach und Ludwigsau? Gesellt sich Haselgrund/Breitenbach als Geheimtipp zum Favoritenkreis? Und welche Ambitionen hegen Teams wie Heenes/Kalkobes als Vorjahres-Fünfter? Mit einer Mischung aus etablierten Teams, jungen Talenten und brisanten Derbys verspricht die Saison jedenfalls viel Spannung. Die etwas geringere Spielzahl könnte am Ende entscheidend sein, denn gerade in der heißen Phase könnten frische Beine den Ausschlag geben. Klar ist: Auch wenn die Liga laut einigen Trainern einen Tick schwächer besetzt sei, wird es ein enges Rennen um die Spitze – und unten wohl auch um jeden einzelnen Punkt: Besonders gespannt dürfen die Fans auf Aufsteiger SV Eintracht Solz sein, der schon Anfang September auf den ehemaligen SG-Partner Nentershausen/Weißenhasel trifft, während Haselgrund/Breitenbach nach dem Pokal-Halbfinale diese Woche erstmal spielfrei hat.
A-Liga Nord
Sonntag
15 Uhr
Werratal – Neuenstein II (in Herfa)
Heinebach/Osterbach – Cornberg/Rockensüß (in Heinebach)
Sorga/Kathus – Hönebach II (in Kathus)
Wildeck – Wölfershausen (in Obersuhl)
Heenes/Kalkobes – Nentershausen/Weißenhasel (in Kalkobes)
Ronshausen – Braach/Baumbach
Eintracht Solz – Ludwigsau
