Das Thema psychische Erkrankung ist in den vergangenen Jahren immer mehr in die Öffentlichkeit gerückt. Zahlreiche Bücher und Filme sind zum Thema „Depression“ produziert und veröffentlicht worden und zunehmend haben sich Personen des öffentlichen Lebens zu dieser Erkrankung bekannt. Die Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Pro Jahr werden circa 5,3 Millionen Menschen von dieser Krankheit eingeholt. Dies hat nicht nur einen erheblichen Einfluss auf das Leben und Wirken der Betroffenen. Ebenso können die gesamte Familie und das soziale Umfeld mit in den Sog der psychischen Symptomatik gezogen und dadurch mit beeinflusst werden. Dies ist ein Spezifikum, welches in der breiten öffentlichen Debatte bislang leider häufig vernachlässigt wurde.
Was bedeutet es für die Betroffenen, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Leben ihnen entgleitet, sie keinen Zugang mehr zu den Personen und Handlungen finden, die ihnen bedeutsam sind? Was bedeutet dies für die Angehörigen, welche das stetige Abgleiten in die dunklen Gedanken und Gefühle der Depression hautnah miterleben müssen? Wie lässt sich dieser Ohnmacht begegnen? Der Film zeigt im Rahmen von Interviews die Lebenssituation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufgewachsen sind. Auf diese Art wird das Thema „Depression“ aus einer ganz anderen Perspektive erleb- und verstehbar. Sowohl Betroffene als auch Angehörige finden im Rahmen der Dokumentation Gehör. Sie stellen die herausfordernden Phasen ihres Lebens eindrücklich dar und bieten dadurch einen sehr persönlichen Einblick in die psychische Symptomatik und die daraus resultierenden Folgen. Der Film gibt Kindern psychiatrieerfahrener Eltern eine eigene Stimme und berührt durch die Intimität und unverblümte Klarheit der Darstellung der Erkrankung. Ergänzt wird dieses Bild durch Ausführungen professionell Tätiger, welche sich in ihrer Arbeit diesem Phänomen widmen.
Das Hauptziel der Veranstaltung ist die Vermittlung thematischer Inhalte, aber auch die Förderung des Eintritts in einen gemeinsamen Austausch, von dem alle aus ihrer Perspektive heraus profitieren und eine Stärkung erfahren sollen. Nahezu jeder Mensch erfährt innerhalb seines Lebens depressive Verstimmungen, bei zahlreichen Betroffenen verstärkt sich dies zu einer manifesten Erkrankung, welche die Inanspruchnahme medizinischer und psychologischer Hilfe erforderlich macht. Als prosoziale Wesen stehen Menschen einander nicht gegenüber, sondern haben die Aufgabe, gemeinsam die Krisen des Lebens zu bewältigen.
Der Einlass beginnt um 18.30 Uhr bevor der Film um 19 Uhr startet. Im Anschluss an die Vorführung besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit die Erfahrungen des Films zu thematisieren und gemeinsam mit Dr. med. Ulrich Walter (Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie) und Elisabeth Wild (Fachärztin für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und -psychotherapie) zu reflektieren.
