Schirmherr Michael Brand ließ es sich natürlich nicht nehmen, aus Berlin anzureisen – auch wenn er bedauerte, bei der ersten Station in 2025 in Neuhof nicht auf dem Rad dabei sein zu können. In 25 Jahren sind, das berichtete Manfred Herget von der TSG Mackenzell und seit 2016 Vorsitzender des Hessisch-Bayrischen Radvierers, schon 180.000 Euro Spendengelder zusammengekommen. Und das für eine gute Sache. Denn jährlich wird für die FZ-Spendenaktion „Ich brauche deine Hilfe“ gefahren. „Das ist eine beachtliche Summe“, lobte Brand, der den Vereinen und dem Vorstand für die „Riesen-Leistung“ dankte, „dass ihr eurem Motto immer treu geblieben seid: Sport, Landschaft, und etwas Gutes tun“. Die Vereine seien das Fundament, doch gerade den vor neun Jahren verstorbenen Ideengeber und „Vater“ des Radvierers, Ferdinand Herr, und seinem Nachfolger Herget dankte Brand besonders: „Es ist ein kleines Wunder entstanden, durch wunderbare Menschen. Wenn es den Radvierer nicht geben würde – man müsste ihn heute erfinden. So aber bin ich mir sicher, dass wir auch 50 Jahre hinbekommen“.
Vorsitzender Manfred Herget konnte sich über viele bekannte und befreundete Gesichter freuen: Thomas Sälzer, Hausherr von der VR-Bank Fulda, Polizeipräsident Michael Tegethoff als Gründungsmitglied vor 25 Jahren, Peter Seufert vom zweiten Hauptsponsor Förstina, FZ-Chefredakteur Michael Tillmann, sowie weitere Vertreter der Vereine, Sponsoren sowie ehemalige Vorstandsmitglieder, Mitbegründer und Freunde des Radvierers.
Herget blickte auf 25 bewegte Jahre zurück – den diesjährigen Radvierer mit eingeschlossen. 1999 habe er sich sein erstes Rennrad bei Siggi Seng zugelegt, im Januar 2000 gab es dann ein erstes Telefongespräch mit Förstina, später das erste Treffen in der Windmühle mit drei Vereinen. Büchenberg wurde als vierter angesprochen, lehnte aber ab, und so kam die TSG Mackenzell hinzu. Der Name „Radler-Hilfstouren“ wurde schnell in „Hessisch-Bayrischer Rad-Vierer“ geändert – mit der Idee, pro gefahrenem Kilometer etwas zu spenden. Der Felsenkeller wurde künftig das Stammlokal, 2001 gab es die erste Pressekonferenz und den ersten Flyer – du schließlich die ersten Termine. Im Mai 2001 radelten die ersten Teilnehmer rund um den Monte Kali in Neuhof, zehn Pfennig pro Kilometer waren ausgerufen. Der Spendentopf wurde von Sponsoren wie der Raiffeisen Eichenzell, dem Bäder Park Hotel oder den Gummiwerken gefüllt. 2364 Starter waren es im ersten Jahr, 2003 dann erstmals über 3000. Dort entstand auch der Verein: Anfang 2003 fand die Gründungsveranstaltung in Elters statt, Ferdinand Herr wurde zum Vorsitzenden gewählt, Herget zum Stellvertreter, daneben standen Matthias Müller und Frank Scherner. 2004 wurde auf EDV aufgerüstet und die Events digital abgewickelt, 2010 gab es eine erste Jubiläumsfeier und Gründungsmitglied Willi Steiner verstarb.
Bundestagsabgeordneter Brand wurde 2010 Schirmherr, der das Team erstmals direkt nach Berlin einlud. 2015 gab es sogar eine Radtour in die Hauptstadt, 2016 riss der Tod von Frank Scherner und vor allem Ferdi Herr den Vorstand aus den Planungen. 2020 schlug dann Corona ein, als gerade das nächste Jubiläum geplant war, danach ging es mit einem „etwas anderen Rad-Vierer“ weiter, ehe wieder Normalität einkehrte. 2022 kam ein Umweltschutz-Aspekt mit einer Gutschrift für Teilnehmer hinzu, 2023 die Verkehrswacht mit dem Motto „Sicher fahren“, von der Herget auch Gerhard Brink begrüßen konnte.
90.000 Teilnehmer fuhren in 25 Jahren nun schon 3.600.000 Kilometer. 88 Veranstaltungen wurden gezählt, fünf Teilnehmer waren sogar 87 Mal dabei, staunte der Vorsitzende, der allen Weggefährten und Sponsoren dankt. Ebenso seinen Kollegen für 200 Vorstandssitzungen. „Gemeinschaft funktioniert nur gemeinsam. So sind wir stark. Lasst uns diesen Weg weitergehen“, appellierte er.
Die zweite Vorsitzende Andrea Vogel holte anschließend nochmal Siggi Seng nach vorne zum Gespräch. Er berichtete von „vielen Freundschaften“, die entstanden seien, und vielen schönen Stunden, die verbracht wurden. Sein Vorschlag „Förstina Classic“ als Name der Veranstaltung wurde damals zwar nicht angenommen, doch Rad-Vierer passe ihm ohnehin besser. Vogel betonte: „Du hast Menschen motiviert, in den Sattel zu steigen“. Außerdem bedankte sich die zweite Vorsitzende bei Herget: „Du bist ein Macher, es ist einmalig, wie du die Veranstaltungen voranbringst“. Herget entgegnete, dass sich jeder auf die Schulter klopfen dürfe. Dann konnte er sich aber nochmal ein Extralob für die tollen Jahresabschlüsse des Vorstands abholen – genauso wie seine Frau Gudrun.
Gedacht wurde außerdem den verstorbenen Wegbereitern und -begleitern des Rad-Vierers, darunter natürlich Ferdi Herr, aber auch der ehemaligen Förstina-Seniorchefin Doris Erhardt, die viele Spendenübergaben mitgemacht hatte und eine starke Unternehmerin war, wie Herget herausstellte. Begleitet wurde die Veranstaltung von Andreas Rau und Helmut Gerhold am Akkordeon. Gerhold ist seit vielen Jahren sogar Teilnehmer des Rad-Vierers und Mitglied des Radteams in Elters.
Ein Ausblick durfte nicht fehlen: Die Termine für 2025 stehen natürlich fest, in diesem Jubiläumsjahr wird es bei jeder Veranstaltung eine große Tombola und für jeden Teilnehmer – das ist einmalig – ein Präsent geben. Nach dem offiziellen Teil wurden noch Häppchen in der VR-Bank gereicht und eine Chronik verteilt.
Hessisch-Bayrischer Rad-Vierer 2025
Sonntag, 18. Mai: Rund um den Monte Kali – Neuhof
Sonntag, 29. Juni: Rund um den Ulmenstein – Mackenzell
Sonntag, 10. August: Ochsentour – Elters
Sonntag, 7. September: Bike Rundfahrt Kothen – Kothen
Infos unter: https://www.radvierer.de/
