Lokales FD 10.04.2025

US-Zölle treffen Fuldaer Unternehmen – Konow: Im Dialog bleiben

Fulda (as) – 20 Prozent Zoll auf Waren aus der EU, damit erregte der US-Präsident Donald Trump vor einigen Tagen großes Aufsehen. Sein Vorgehen zog Kurseinbrüche bei vielen deutschen Unternehmen nach sich. Auch in der Region Fulda seien einige Industriebetriebe negativ von den Folgen der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik betroffen, berichtet Michael Konow, Geschäftsführer der IHK Fulda. Er spricht sich dennoch für den Dialog statt eigener Strafzölle aus Europa aus.

Michael Konow. Archivfoto: Andreas Schellenberg

„Mit Exporten im Wert von zehn Milliarden Euro und Importen von 15 Milliarden Euro sind die USA nach der Europäischen Union und vor der Volksrepublik China Hessens wichtigster Handelspartner“, stellt Konow fest. Im Landkreis Fulda würden viele Unternehmen Handelsbeziehungen mit den USA pflegen, insbesondere die größeren Industriebetriebe. Die wenigsten Unternehmen würden über Produktionsstätten oder Niederlassungen in den USA verfügen, wodurch sie von den neuen US-Zöllen unmittelbar negativ betroffen sein würden. Der IHK-Geschäftsführer erklärt: „Jetzt gilt es aus europäischer Sicht, besonnen und im Dialog zu bleiben, auf keinen Fall eine Zollspirale in Gang zu bringen und vor allem Freihandelsabkommen mit anderen Ländern abzuschließen.“ Aktuell seien die größten Verlierer von Trumps Wirtschaftspolitik die unmittelbaren Nachbarländer der USA sowie durch die zu erwartende höhere Inflation die USA selbst. Konow macht deutlich: „Trotz aller Hiobsbotschaften dürfen wir zudem niemals vergessen, dass die USA immer ein wichtiger Verbündeter und unverzichtbarer Wirtschaftspartner waren und bleiben werden.“

Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) hatte in einer Pressemitteilung ebenfalls vor den weitreichenden Folgen für den Exportstandort Hessen durch die neuen US-Zölle gewarnt. „Die Exportquote der hessischen Industrie liegt bei rund 54 Prozent – gegenüber 51 Prozent bundesweit“, teilt die HIHK mit und ergänzt: „Besonders stark vertreten ist Hessen im Bereich Pharma und Chemie: Fast ein Drittel (29 Prozent) aller hessischen Exporte entfallen auf diese Branche – bundesweit liegt der Anteil bei lediglich zehn Prozent. Dass die Pharmaindustrie vorerst von den umfassenden Zöllen ausgenommen ist, sorgt vor allem in Hessen für Erleichterung.“ Die HIHK fordert von der EU und der Bundesregierung konkrete Schritte zur Stärkung der Standortbedingungen, etwa Bürokratieabbau und die Senkung der Energiekosten für Unternehmen. Gleichzeitig seien hessische Unternehmen mit bestehenden Kundenbeziehungen angehalten, sich nicht zu übereilten Änderungen in den Lieferketten hinreißen zu lassen und langfristig auf Diversifizierung zu setzen.

Weitere Informationen für Unternehmen zu den US-Zöllen stellt die IHK unter folgendem Link zur Verfügung:

https://www.ihk.de/fulda/international/aktuelles/us-strafzoelle-eisen-stahl-und-aluminiumerzeugnisse-trump-2-0-6530206