In den vergangenen Jahren hat sich viel auf dem Markt für Heizungsindustrie getan. Das 2019 beschlossene Gebäudeenergiegesetz wurde eigentlich entworfen, um die Energiewende und den technischen Ausbau erneuerbarer Energien zu begünstigen. Wie Wehner erklärte, hätte es aber eher den gegenteiligen Effekt gehabt. Gerade die jüngste Gesetzesänderung im Jahr 2023 und die damit einhergehenden Senkungen der Förderungen seien eher hinderlich gewesen. „Die Förderungen sind in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgegangen“, berichtet er: „Ich rechne damit, dass das auch in den kommenden Jahren weiter so ist.“ Wie sich das auf den Markt auswirke, könne er derzeit noch nicht sagen, er prophezeit aber ein Rückgang der Umbauanfragen: „Ich denke, da kommt nur noch etwas, wenn etwas kaputt ist.“ Er hebt allerdings hervor, dass zurzeit noch viele Anträge gestellt würden, um von den derzeitig noch bestehenden Förderungen zu profitieren. „Da haben wir viele ausgefüllt in den vergangenen Wochen“, so Wehner.
Das bestätigt auch Markus Roth, Vertriebsingenieur bei Vaillant. Gerade in den vergangenen Wochen seien viele Förderanträge ausgefüllt worden, die eine Heizungssanierung begünstigen. Dabei zeichne sich auch ein klarer Trend zur Wärmepumpe ab, so der Fachmann: „Wir haben auch eine rückläufige Entwicklung in Sachen Öl- und Gas-Heizungen auf jeden Fall.“ Das liege auch an der politischen Entwicklung in Deutschland. Im Koalitionsvertrag sei klar festgelegt worden, dass sich die kommende Bundesregierung zu den deutschen und europäischen Klimazielen bekennen wolle. So wolle die Regierung an der CO2-Bepreisung festhalten, den Strompreis senken, die Förderungen aufrechterhalten und stärker in Wohnungsbau- und Sanierungsmöglichkeiten investieren. Gleichzeitig soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG), durch einen Entwurf, der „technologieoffen, flexibel und vereinfachend wirken“ soll, ersetzt werden, heißt es im Koalitionsvertrag. Diese Faktoren würden natürlich die Wärmepumpen als etabliertes Heizmedium begünstigen, meint Roth: „Sie hat sich als die Lösung etabliert, mit der zukunftsfähig Klimaziele zu erreichen sind und damit auch der Gesetzgebung zu entsprechen.“ Sie sei das einzige Heizmedium, dass die festgelegte CO2-Bilanzierung langfristig schaffe, sagt er weiter.
