Lokales FD 09.04.2025

Über 10.000 Steine: Eichenzeller baut altes Fuldaer Rathaus aus Lego

Eichenzell (fp) – Günter Weiden aus Eichenzell ist 63 Jahre alt und baut für sein Leben gerne mit Lego historische Gebäude nach. Zuletzt hat er ein ganz besonderes Projekt umgesetzt, das er schon seit Jahren im Auge gehabt hätte: Eine maßstabsgetreue Nachbildung des alten Fuldaer Rathauses. Über 10.000 Steine und mehrere Monate Arbeit habe er gebraucht, bis er es vor kurzem endlich fertigstellen konnte.

Das alte Fuldaer Rathaus aus Lego. Fotos: Günter Weiden

Der Eichenzeller hat in Vergangenheit auch schon andere Gebäude nachgebaut.

Das Fuldaer Rathaus sei bisher sein größtes Projekt gewesen, berichtet Weiden. „Das war echt gar nicht so leicht. Ich muss das ja doppelwandig machen, damit es hält“, erklärt er und fügt hinzu: „Du musst unten bereits wissen, wie es oben aussehen soll. Sonst wird das nichts.“ Ohne genauen Bauplan des Gebäudes, gestalte sich dies oft als schwierig. „Und auf Bildern ist es schwierig, die Proportionen einzuschätzen“, fügt er an. Damit dieses ambitionierte Projekt zu Stande kommen konnte, habe es etwas Glück gebraucht, so Weiden: „Ich habe auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt einen Töpfer getroffen, der das Rathaus maßstabsgetreu nachgebildet hat. Daran konnte ich mich orientieren.“ Die irdene Vorlage war allerdings etwas kleiner als die Nachbildung des Eichenzellers. Diese habe nach Fertigstellung nämlich 1,30 Meter Länge, 95 Zentimeter Höhe und 70 Zentimeter Breite gefasst. „Sicher 30 Kilogramm hat das Ding gewogen“, sagt der Baumeister stolz: „Das war sehr schwer das zu zweit zu transportieren.“

Sein Hobby betreibe er bereits seit einigen Jahren. Drauf gekommen sei der 63-Jährige durch einen Besuch auf dem Flohmarkt, wo er seine ersten Steine gekauft habe. „Das war fast ein meditativer Einstieg“, erzählt Günter. Schon nach kurzer Zeit habe er aber einen Narren an den kleinen bunten Steinen gefressen und wollte seine Kollektion ausbauen. „Ich hab mir gedacht, ich fange mal mit einer Anzeige an“, führt er aus: „Dann hat sich das durch ‚Mund-zu-Mund‘-Propaganda fast verselbstständigt.“ Bald darauf meldeten sich allerlei Menschen bei ihm, um ihm Lego zu verkaufen oder sogar zu schenken. „Manche Leute haben das im Keller stehen und wissen nichts damit anzufangen“, meint er.

In diesen „Paketen“ hätte er bereits einiges gefunden und musste viel aussortieren. Denn bei seinem Baumaterial sei er wählerisch, betont er weiter: „Ich benutze nur Platten und Grundbausteine. Mit Lego-Technik und diesem anderen neumodischen Kram habe ich nichts zu tun.“ Aber nicht nur Bausteine hätte er teilweise herausgefischt. „Lego endet irgendwann bei Murmeln, Puzzeln und Pommes Frites, hätte ich fast gesagt“, lacht der 63-Jährige. Sein Fundus fasse mittlerweile rund 250 Kilogramm Lego, aber: „Für Basisbausteine bin ich natürlich immer offen“, sagt er verschmitzt.

Zwar würden seine Schöpfungen nach ihrer Fertigstellung wieder auseinandergebaut und der Sammlung zugeführt werden, aber für sein nächstes Projekt brauche er vielleicht sogar noch mehr Steine. „Ich habe vor das Eichenzeller Schloss, also Schloss Fasanerie, nachzubauen“, teilt Weiden mit. Das befinde sich aber noch in der Planungsphase, denn auch hier machten wieder die Proportionen zu schaffen.