Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell erläutert, dass ursprünglich eine Ausschreibung für ein -Feuerwehr-Fahrzeug gestellt wurde, welches über eine Wassertankgröße von 3000 Litern verfügt, also 500 Liter mehr als in der Norm vorgesehen. Der Zuschlag in Höhe von 424.000 Euro ging an das österreichische Unternehmen Walser, welche als einzige die Option eines entsprechend großen Tanks angeboten hatten. Der Mehrpreis durch die größere Kapazität belaufe sich auf rund 1000 Euro. Tatsächlich geliefert wurde jedoch ein Fahrzeug mit einer Tankgröße von 2500 Litern. Daraufhin habe die Stadt mithilfe des Anwaltsbüros einen Vergleich ausgehandelt, welcher von ursprünglich 7500 Euro auf 15.000 Euro Preisnachlass angehoben werden konnte. Der Magistrat habe diesem Vergleich bereits zugestimmt.
In der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hatte die Fraktion Bündnis für Gersfeld (BfG) den Vergleich kritisiert und stattdessen eine andere Vereinbarung befürwortet. In einem Antrag forderte die Fraktion einen Preisnachlass von 63.600 Euro, circa 15 Prozent des Kaufpreises, sowie eine Zahlung der für den Lieferverzug vereinbarten Vertragsstrafe von 21.200 Euro (circa fünf Prozent) vom österreichischen Unternehmen. Dieser Antrag wurde mit neun Ja-Stimmen und neun Nein-Stimmen ohne nötige Mehrheit abgelehnt. Die Fraktion BfG hat als Reaktion einen Akteneinsichtsausschuss beantragt.
„Der Wassertank ist das zentrale Element. Das Regalsystem wird drumherum gebaut“, führt Korell zur Thematik weiter aus. Folglich sei ein Austausch nicht so einfach. Das Fahrzeug würde dann für mehrere Monate ausfallen, außerdem würden „immense Kosten für den Hersteller“ entstehen. Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hettenhausen seien mit der aktuellen Ausstattung im Feuerwehrauto sehr zufrieden, ergänzt der Bürgermeister. Es zähle zu den modernsten Fahrzeugen im Landkreis Fulda.
Das neue Löschfahrzeug sei noch vom Amtsvorgänger in Bestellung gegeben worden, berichtet Gersfelds Stadtbrandinspektor Stefan Hüttner. Grundsätzlich sei das Fahrzeug in einem sehr hochwertigen Zustand, stellt er positiv fest: „Es erfüllt die Kriterien, einwandfrei.“ Auch die Kameradinnen und Kameraden aus Hettenhausen seien zufrieden mit dem Feuerwehrauto und hätten kleinere Einsätze erfolgreich durchgeführt. Dass der Tank 500 Liter weniger Kapazität habe als ursprünglich beantragt, sei erst nach der Überführung aufgefallen, teilt Hüttner mit. Eine Vollauslastung des gesamten Tanks habe es bisher nicht gegeben. Wie der Stadtbrandinspektor versichert, werde die Arbeit der Feuerwehrleute nur in geringer Weise beeinflusst: „Sie müssen etwas früher für Nachschub sorgen.“ Im Falle eines potenziellen Großbrandes brauche es jedoch ohnehin eine externe Wasserversorgung neben dem Tank. Er befürwortet den Vergleich, der durch das zuständige Anwaltsbüro ausgehandelt wurde.
