osthessen-lady.de 04.04.2025

Starke Frau im Landtag: Astrid Wallmann berichtet im BU Jordan

Fulda (aw) – Vor fast drei Jahren wurde sie zur ersten weiblichen Präsidentin des Hessischen Landtags gewählt, nun machte sie wieder Halt in Fulda: Astrid Wallmann, die schon vor ihrem jetzigen Amt 13 Jahre als Abgeordnete im Landtag tätig war, zeigte sich am Donnerstagvormittag im Bildungsunternehmens Dr. Jordan von einer ganz persönlichen Seite, berichtete von ihrem Werdegang und stand den zahlreichen anwesenden Schülern Rede und Antwort.

Fotos: Anna Weißenberger

Von herausfordernden Entscheidungen bis hin zu ehrenamtlicher Arbeit: In ihrem Vortrag zeigte Wallmann verschiedene persönliche Seiten von sich. „Als ich noch zur Schule gegangen bin, hätte wohl niemand gedacht, dass ich einmal in die Politik gehen werde – nicht einmal ich selbst“, erinnerte sie sich zurück: „Früher in der Klasse war es mir immer am liebsten, wenn der Lehrer mich gar nicht erst anspricht, heute halte ich teilweise Reden vor mehreren hundert Leuten, sagte die Landtagspräsidentin, die von Prof. Dr. Wolfgang Dippel begrüßt wurde.

Doch bevor ihre politische Karriere starten konnte, machte sie erst einige Erfahrungen im Berufsleben, wie sie selbst erzählte: „Nach meinem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht. Nachdem ich zwei Jahre in diesem Beruf geblieben bin, konnte ich dann erste Erfahrungen in der Verwaltung als Verwaltungswirtin machen. Dass ich einer solchen Verwaltung mal vorstehen werde, hätte ich nie gedacht.“ Die Erfahrungen, die sie in diesen Jobs gemacht habe, würden sie noch heute begleiten und nachhaltig prägen. „Ich bin davon überzeugt, dass es gut ist, als Politiker auch mal im normalen Berufsleben gewesen zu sein. Ich weiß wie es ist, Mitarbeiter in einer Verwaltung zu sein und das hilft mir nun in meiner Rolle und in einer Führungsposition“, äußerte sie.

Auch wenn sie ihre Arbeit als Landtagspräsidentin als erfüllend und wichtig wahrnehme, gäbe es auch schwierige Situationen: „Eine Herausforderung ist auf jeden Fall, Entscheidungen in kürzester Zeit zu treffen. Gerade wenn es um Verwarnungen von Abgeordneten geht, ist das manchmal schwierig.“ Eine große Unterstützung in solchen Situationen: Ihre vier Vizepräsidenten Daniela Sommer (SPD), Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen), Frank Lortz (CDU) und René Rock (FDP). „Wir haben immer viel zu besprechen und man kann sich sicherlich vorstellen, dass das manchmal schwierig ist, weil alle verschiedenen Fraktionen angehören. Die Zusammenarbeit funktioniert aber super und wir haben eine ganz wichtige Vereinbarung: Wenn einer eine Entscheidung trifft, wird diese Entscheidung von allen getragen.“

Wie so oft bei Frauen in Führungspositionen, hat ein Punkt nicht lange auf sich warten lassen: Wie bekomme sie Familie und Karriere unter einen Hut? Wallmann hatte darauf eine ganz einfache Antwort: „Ich wurde schon oft gefragt, wie ich das mit meinen zwei Kindern mache. Boris Rhein hat auch zwei Kinder, ich bin mir sicher, ihm wurde diese Frage noch nie gestellt. Meine einfache Antwort: Ich regle das wie jeder Vater – und jede andere Frau in einer Führungsposition auch.“

Astrid Wallmann zu Besuch im Bildungsunternehmen Dr. Jordan. Fotos: Anna Weißenberger