Lokales 29.04.2025

Schülern eine Stimme geben: Erste landesweite Grundschulbefragung

Osthessen (pm/fp) – Die LandesschülerInnenvertretung (LSV) Hessen hat mit der Veröffentlichung der Auswertung ihrer landesweiten Grundschulbefragung einen entscheidenden Schritt in Richtung kindgerechter Schulpolitik gemacht. Fast 1000 Klassen aus 161 Grundschulen aus allen Kreisen und Städten Hessens haben sich im Rahmen des Projekts beteiligt und gezeigt: Auch die Jüngsten haben klare Vorstellungen davon, wie gute Schule aussehen soll.

Ziel des Projekts war es, GrundschülerInnen eine Stimme zu geben – und das mit Erfolg. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder sich insbesondere eine freundlichere Gestaltung ihrer Schulen, saubere Toiletten, mehr Spielmöglichkeiten und eine stärkere Beteiligung wünschen. Besonders oft genannt wurden der Wunsch nach mehr Grünflächen und Bewegungsmöglichkeiten auf dem Pausenhof, nach einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl sowie einer modernen, digitalen Unterrichtsgestaltung.

„Die Kinder haben uns mit großer Ernsthaftigkeit ihre Sorgen, Wünsche und Ideen mitgeteilt“, erklärt Nele Vogel, Landesschulsprecherin und Leiterin des Projekts. „Ihr Blick auf Schule ist ehrlich, kreativ und lösungsorientiert – genau das brauchen wir für eine zukunftsfähige Bildungspolitik.“

Auffällig war auch das große Interesse an Mitbestimmung: Viele Kinder wünschten sich eine Schulsprecherin einen Schulsprecher oder regelmäßige Klassenräte – Strukturen, die in vielen Grundschulen bislang fehlen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig die soziale Gemeinschaft für die SchülerInnen ist: Geburtstagsfeiern, Morgenkreise oder Schulausflüge wurden vielfach als Höhepunkte im Schulalltag genannt.

„Unsere Umfrage zeigt, dass GrundschülerInnen klare und differenzierte Perspektiven auf ihren Schulalltag haben“, ergänzt Ted Krämer, Landesschulsprecher. „Gerade deshalb ist es so wichtig, ihre Stimmen ernst zu nehmen und auch in bildungspolitische Entscheidungsprozesse einzubeziehen.“

Die häufigsten Kritikpunkte bezogen sich auf bauliche Mängel – insbesondere unhygienische Toiletten und zu kleine oder eintönige Schulhöfe. Auch Konflikte, Mobbing und Lärm im Unterricht wurden häufig genannt. Gleichzeitig betonten viele Kinder, wie sehr sie engagierte Lehrkräfte und abwechslungsreiche Unterrichtsmethoden schätzen – insbesondere kreative, digitale oder bewegungsorientierte Formate.

„Unser Fazit ist klar: Beteiligung muss früher anfangen“, so Laurenz Spies, ebenfalls Landesschulsprecher. „Die Ideen der Kinder sind da – man muss sie nur ernsthaft einholen und einbinden. Wir hoffen, dass diese Auswertung ein Weckruf an die Politik ist.“ Die Ergebnisse der GrundschülerInnenbefragung sind ab sofort auf der Website der LSV unter „Downloads“ verfügbar.

Über die LandesschülerInnenvertretung (LSV) Hessen:

Die LandesschülerInnenvertretung Hessen vertritt die Interessen aller SchülerInnen des Landes und setzt sich für alle Belange zum Thema Schulpolitik aus Sicht der SchülerInnen ein. Als gesetzlich legitimierte Vertretung arbeitet sie mit Bildungspolitikerinnen und anderen Akteurinnen des Bildungssystems zusammen, um die Stimme der hessischen SchülerInnen in Entscheidungsprozesse einzubringen.