Nach dem 0:1 gegen Bahlingen am Dienstagabend war der Frust groß. Erst die Hiobsbotschaft um den Kreuzbandriss bei Eric Ganime, dann die bittere Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten – schon die fünfte Pleite in Folge. „Wir hatten uns natürlich mehr vorgenommen, die Enttäuschung war extrem groß. Aber dennoch gilt es auch, die Jungs wieder aufzurichten. Wir haben nicht viel Zeit, groß nachzudenken“, blickt Trainer Daniyel Cimen auf die nächste Aufgabe am Samstag.
„Die Situation ist nicht besser geworden“ – das sei allen klar. Die Reaktion, die am Dienstag ausblieb, erhofft sich der Coach nun am Wochenende, muss aber gegen Freiburg abermals puzzeln. Neben Ganime ist auch Taha Aksu weiterhin nicht einsatzbereit, Clint Essers erkrankte kurzfristig und ist höchst fraglich, ebenso wie Marius Köhl und Keanu Kraft, die mit muskulären Problemen aus dem Spiel unter der Woche gingen. Und zu allem Überfluss fällt auch noch Milian Habermehl mit der fünften Gelben Karte aus.
Rotiert wurde in den vergangenen Wochen das eine oder andere Mal, auch auf gewisse Matchups, wie gegen Hoffenheim, als Cimen die richtigen Akteure gegen kleine, quirlige Gegenspieler auf den Platz bringen wollte. „Da sind Ideen dahinter, aber leider war es jetzt so, dass die Jungs irgendwie gehemmt waren. Sie wollten, aber es ging irgendwie nicht“, bedauert der Trainer, der als großen Punkt anspricht, „dass wir, was die Art und Weise angeht, nicht unsere Konstanz auf den Platz bekommen.
Der Blick auf den Spielplan: „Wir haben noch sieben Spiele Zeit, und das sind absolute Endspiele für uns, jedes einzelne wollen wir so angehen“, unterstreicht Cimen, der die Negativ-Serie nicht kleinreden und Kritikpunkte weiter klar ansprechen will, aber auch klarstellt: „Wir haben schon 32 Punkte geholt, die sind ja auch nicht vom Himmel gefallen. Die Jungs können das. Sie wissen das. Wir müssen den Weg gemeinsam wiederfinden und brauchen eben dieses berüchtigte Erfolgserlebnis, was wir uns im Moment aber sehr hart erarbeiten und erkämpfen müssen“. Aktuell jedenfalls läuft vieles gegen die SGB, bezeichnend auch wieder das frühe Gegentor gegen Bahlingen, das einer „Slapstick-Einlage“ gleiche, so Cimen rückblickend.
Am Samstag kommt nun der SC Freiburg II nach Fulda. Die Breisgauer gewannen vier Spiele nicht mehr und verloren zuletzt gegen Cimens Ex-Team Gießen mit 0:1. „Der Austausch unter den Trainern ist ja regelmäßig da“, lässt der Coach durchblicken, sich in Mittelhessen mal zu erkundigen. Aber betont auch: „Wir müssen erstmal unsere Basics zeigen. Bei aller Taktikauslegung und Dingen, die wir uns vornehmen, ist das das Allerwichtigste. Dafür müssen wir uns elf Spieler raussuchen, wo wir das Gefühl haben, dass sie es bringen können“.
Osthessen-Zeitung berichtet natürlich auch am Samstag wieder live aus der Johannisau. Der Ticker wird gegen 13.34 Uhr beginnen. Karten gibt es noch im Online-SGB-Ticketshop. Gestreamt wird das Spiel wie gewohnt auf Leagues.
