Fußball 23.04.2025

Regionalliga – Einer für den anderen: SGB nähert sich 40-Punkte-Marke

Fulda (pf) – Der Osterhase hatte das Nest gut bestückt – nicht nur mit Eiern, sondern vor allem mit drei Punkten für die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Nach dem befreienden 2:1-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers sind es noch vier Spiele in der Fußball-Regionalliga Südwest, und die Aussichten in Sache Klassenerhalt haben sich verbessert. Für die Mannschaft selbst gilt es aber, den Fokus genauso wie zuletzt auf die nächsten Aufgaben auszurichten – solange die Ziellinie noch nicht überschritten ist.

Jubel bei der SGB: Leon Pomnitz (Zweiter von rechts) hat gerade das 1:0 gegen die Stuttgarter Kickers erzielt. Foto: Christine Görlich

Das Osterwochenende tat der SGB gut – nicht nur die drei Punkte, sondern auch ein weiterer freier Tag zum Kräfte tanken. Sonntag und Montag war frei, das passte ohnehin gut in den Plan, weil das nächste Punktsiel erst Sonntag in Mainz steigt. „Siege tun immer gut“, atmete auch Trainer Daniyel Cimen auf – und es war bereits der zweite binnen drei Partien, die die SGB nun nicht mehr verloren hat.

Aber obwohl die anderen Teams durchaus für die Barockstadt spielten – Göppingen verlor, der nächste Gegner Mainz II verlor, Kassel verlor und auch an Trier ist die SGB vorbeigezogen – ist Cimen bemüht, die Sinne direkt wieder zu schärfen. „Man geht natürlich in die Woche anders rein nach so einem Spiel, nichtsdestotrotz hat der Sieg aber nicht bedeutet, dass wir den Klassenerhalt schon sicher hätten“. Im Grunde habe sich für ihn und seine Mannschaft wenig verändert, lediglich das Selbstvertrauen dürfte im Vergleich zu vielen Konkurrenten weiter gewachsen sein. „Und statt fünf haben wir jetzt noch vier Spiele in der eigenen Hand“, komplettiert der Coach, dessen Team nun 39 Zähler auf dem Konto hat und ganz nah an der magischen 40 ist, die in diesem Jahr aber durchaus weiter übertroffen werden sollte, um ganz sicher zu gehen.

Defensiv zog er erneut den Hut vor seiner Mannschaft, die gegen offensivstarke Stuttgarter Kickers wenig zuließen. „Ausnahmslos“, gelte das Lob an jeden Akteur. Offensiv war es zumindest effizient, und das war das, was die Barockstadt auch brauchte. „Wir wissen, dass wir immer die Qualität haben, uns Möglichkeiten herauszuspielen. Vielleicht bisher nicht in der Hülle und Fülle, wie wir uns das wünschen, aber dann geht es darum, die Chancen auch zu nutzen“, so Cimen. Das tat sein Team, bis auf die letzten zehn Minuten, wo sich die SGB etwas früher eine Entscheidung im Spiel gewünscht hätte.

Der Gegentreffer fiel derweil in einer Phase, wo es sich nicht unbedingt angedeutet hatte, und dann auch noch kurz vor der Pause. Doch auch das steckte die SGB weg. Abwehrchef Marius Grösch, der in der Szene wegrutschte, ärgerte sich über seinen Ballverlust wohl am allermeisten. „Aber er ist erfahren genug, mit solchen Dingen im Spiel umzugehen, und das hat er dann auch gemacht“, so Cimen, der im Allgemeinen den Charakter des Teams lobt: „Wenn einer Fehler macht, versuchen andere, zu helfen oder es auszubügeln“.

Stichwort helfen: Auch die Absicherung auf der rechten Seite war da, als sich Außenverteidiger Arlind Iljazi nach vorne geschlichen hatte und nach toller Campman-Flanke zum 2:1-Siegtreffer einköpfte. Und das als einer der kleinsten im Team. „Dass er eine enorme Sprungkraft hat, war uns bewusst“, lässt Cimen durchblicken, und hat in diesem Tor auch vieles über den Spielstil seines Youngsters gesehen: „Es spiegelte einfach seine Form, seinen Stil wider. Er ist offensiv ausgerichtet und wir wollen im Ballbesitz auch diesen Mut haben. In der Situation hatte er das Gespür dafür, dass er dort reingehen muss“.

Außenverteidiger-Pendant Kevin Hillmann hingegen ging mit einem dicken Knöchel aus dem Spiel heraus, er könnte diese Woche etwas langsamer ins Training einsteigen. Sebastian Schmitt liegt erkrankt im Bett, bei ihm werde „von Tag zu Tag“ geschaut.

Die Stuttgarter Kickers waren mit dieser Niederlage auch rechnerisch endgültig aus dem Meisterrennen ausgeschieden, Hoffenheim II fehlen derweil nach dem Sieg am Ostersonntag gegen Kassel nur noch drei Punkte – entweder macht es die TSG kommenden Samstag in Dreieich bei Eintracht II klar, oder kann Gießen im Falle eines Patzers am Sonntag gegen Verfolger Offenbach helfen.