„Erstmal zweitrangig“ seien die parallelen Ergebnisse am Samstag für die SG Barockstadt gewesen, so Trainer Daniyel Cimen. Nüchtern und zahlenmäßig betrachtet rauschte zum Beispiel der formstarke KSV Hessen Kassel mit dem Sieg gegen Freiberg an der SGB vorbei, der Bahlinger SC gewann dazu überraschend bei den Stuttgarter Kickers – Fuldas nächstem Gegner – und ist bis auf zwei Punkte an die Barockstadt herangerückt.
Das ist auch der Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsplatz – am Ziel ist die SGB also noch lange nicht, wenngleich es in eigener Hand liegt. Cimen, der fest überzeugt ist, dass er mit den Fuldaern auch nächste Saison Regionalliga spielt, bemerkt: „Klar nimmt man die Ergebnisse immer irgendwie zur Kenntnis. Aber mehr ist es auch nicht. Ganz wichtig ist im Moment einfach, dass wir bei uns bleiben“.
Als positiv verbuchte der Coach das Remis in Trier, „weil auch die Zuschauerkulisse dort immer eine Power entwickeln kann und sie Offensivspieler haben, die mit Einzelaktionen Spiele entscheiden können“. Das hatte die SGB weitgehend im Griff – nach der Gegentorflut im Februar und März war es nun das zweite Spiel in Folge zu null für die Fuldaer. „Das ist sehr positiv und die Grundlage, um auch in den nächsten Wochen weiter zu punkten. Beide hatten nicht viele, ganz klare Torchancen, aber die Mehrzahl lag vielleicht auf unserer Seite“, so Cimen, der alles in allem von einem gerechten Unentschieden sprach. „Natürlich wünscht man sich immer drei Punkte, aber auch den einen nehmen wir gerne mit.
Die gesperrten Sebastian Schmitt und Marius Grösch kehren in den Kader zurück, am Samstag ist dann auch niemand mehr zum Zuschauen verdammt, zumindest was Karten angeht. Auch Keanu Kraft wird vom Coach zurückerwartet, bei Marius Köhl wird noch die Trainingswoche abgewartet. Taha Aksu, der krank war, steigt ebenfalls wieder ein – unter welcher Belastung, lässt Cimen aber noch offen. Einzig Nils Fischer wird wohl erstmal noch pausieren, er musste in Trier mit gesundheitlichen Problemen ausgewechselt werden und liegt flach, erklärt Cimen. Bei Tim Korzuschek, der einen Kurzeinsatz bekam, wurde kein Risiko eingegangen. Mehr Minuten dürften aber auch für ihn im nächsten Spiel drin sein, sofern die Trainingswoche reibungslos verläuft. Und auch die Spieler, die in Trier am Platz standen, hätten Cimen „nicht das Gefühl gegeben, dass wir etwas ändern müssten“.
Während die SGB wohl auch der 3. Liga aktuell wenig Beachtung schenken mag und sich auf sich selbst fokussiert, ist zumindest der Trend erkennbar, dass Sandhausen nun Woche für Woche verloren hat und sich kaum noch retten kann. Mit Stuttgart II steht ein weiterer Südwest-Club auf dem ersten Abstiegsplatz, mit Mannheim ein anderer direkt über dem Strich. Fünf Absteiger drohen der Regionalliga Südwest damit (Villingen steht als erster bereits seit dem Wochenende fest). Die SG Barockstadt würde also gut daran tun, in den verbleibenden fünf Spielen (Stuttgarter Kickers, Mainz 05 II, Kassel, Eintracht Frankfurt II und Homburg) nicht nur Remis (von denen es nun schon zwölf gab), sondern vor allem weitere Siege einzufahren.
