Der Möbelhersteller „Piure“ hatte 2019 die Firma Bub aufgekauft und kürzlich auch ihre Verwaltungszentrale nach Poppenhausen verlegt. Im Gegensatz zum Fabrikationsgebäude im Unterdorf hatte der neue Besitzer für das Gebäude in der Ortsmitte keine Verwendung, was die Gemeinde veranlasste zu investieren und das etwa 1400 Quadratmeter große Grundstück selbst zu übernehmen. „Das Objekt ‚Von-Steinrück-Platz 2-4‘ befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Rathaus. Alleine deshalb ist die Immobilie für die Gemeinde Poppenhausen interessant“, erklärt Helfrich und ergänzt: „Nur wenn wir die Nutzung und Verwendung bestimmen können, haben wir das Heft in der Hand.“
Die Gemeinde plane die Immobilie dem Konzept „Innenentwicklung“ zuzuführen. Dessen Ziel sei es, den Ortskern sinnvoll zu verdichten, um diesen zu beleben, zusätzlichen Wohnraum oder auch Flächen für die Infrastruktur, die Gastronomie und anderes zu gewinnen, so der Bürgermeister. Gerade Wohnraum sei rar und dementsprechend sehr begehrt in der Gemeinde, stellt er heraus: „Bei uns in Poppenhausen gibt es keinen nennenswerten Leerstand, auf dem Wohnungsmarkt gibt es keine Angebote, freie Wohnungen gehen oft ‚unter der Hand‘ weg.“ Gerade im Ortskern sei Wohnraum nötig, führt er aus: „Kleine und mittlere Wohnungsgrößen, Barrierefrei und zum Teil behindertengerecht – für Menschen, die sich über kurze Wege versorgen können, für Singles, für ältere alleinstehende Menschen oder Paare, die gerne im Ortskern leben möchten.“ Um dieses Konzept zu bearbeiten sei bereits eine Arbeitsgruppe gegründet worden, die sich intensiv mit dem Thema Innenentwicklung auseinandersetze und ein sogenanntes „Anforderungsprofil“ erstellt habe. „Dieses Anforderungskonzept ist die Grundlage für den vor einigen Wochen auf den Weg gebrauchten Förderantrag und soll dient dann als Bestandteil einer vorzunehmenden Ausschreibung, um ein Fachbüro zu finden, mit dem eine sogenannten ‚Dorfmoderation‘ durchgeführt wird“, berichtet er weiter. Letztere soll im Sommer anlaufen und vom Land Hessen gefördert werden. Auf dieser Grundlage soll dann eine Entscheidung zur weiteren Benutzung getroffen werden, so Helfrich: „Dann sollen Bauträger und Investoren gesucht und für die Umsetzung gefunden werden. Dieser Prozess wird einige Jahre in Anspruch nehmen.“
Das Gebäude könne aber bereits ab Mai 2025 genutzt werden. Bis das Konzept steht und der Plan finalisiert ist, sei geplant, Teile des Gebäudes zu vermieten, um „Fixkosten der Bewirtschaftung und Unterhaltung decken zu können“, führt Helfrich an. Außerdem habe es konkrete Anfragen zur Nutzung gegeben, die aber derzeit noch geprüft würden, so der Rathauschef.
