Bereits auf der Jahrespressekonferenz hatte Volker Röhrig, Geschäftsführer des KKA, die Pläne für das geplante Projekt erklärt, nun sind diese finalisiert und eingereicht. Fast drei Jahre Bauzeit und rund 97 Millionen Euro sind für das Bauvorhaben eingeplant. Aber etwa 50 Prozent der Baukosten würden vom Land Hessen subventioniert, erklärte Landrat Dr. Jens Mischak. Dieses werde rund 21 Millionen Euro durch ein kommunales Förderprogramm und insgesamt 25 Millionen Euro als Einzelförderung übernehmen. Der Landkreis übernehme 43 Millionen Euro, das Krankenhaus selbst steuert acht Millionen bei. Damit lägen die Baukosten zwar über der ersten Schätzung, seien aber dennoch vollständig im Rahmen, räumte er ein: „Wir liegen sowohl voll im Zeitplan, als auch unter den veranschlagten Kosten.“ Der Neubau soll die Attraktivität für Fachpersonal in der Region erhöhen, dabei aber gleichzeitig auch die jährlichen Kosten für den Landkreis reduzieren: „Wir schießen etwa drei bis vier Millionen Euro per anno zu. Das müssen wir reduzieren“, betonte Mischak.
Im neuen Gebäude werden ab Inbetriebnahme sämtliche medizinischen Bereiche unterkommen, während die Verwaltung im Bestandsbau bleibt. Letzterer soll dann nach und nach zurückgebaut werden, um an die niedrigeren Anforderungen angepasst zu werden. Mit dem Neubau will das Krankenhaus zwar immer noch alle Bereiche in der Medizin abdecken, aber einen klaren Fokus auf die geriatrische Pflege sowie die Ambulantisierung legen. Durch die bauliche Struktur, sollen so bei gleicher Menge Fachpersonal so mehr Fokus auf ambulante Behandlung gelegt werden. „Es gibt einen Katalog, in dem ambulante Maßnahmen beschrieben sind. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren geändert und deutlich mehr Fälle aufgenommen, die ambulant behandelt werden müssen“, berichtete Röhrig: „Wir schaffen eine gemeinsame Struktur, die ambulanten und stationären Betrieb parallel ermöglichen soll.“ Trotzdem sollen rund 128 Betten für stationäre oder teilstationäre Behandlung bereitgestellt werden, führte er an.
Besonders die Geriatrie soll ausgebaut werden und erhält im dritten Obergeschoss zwei Stationen mit je 24 Betten, in anteilig acht Doppel- und acht Einzelzimmer. Außerdem werde dort nach Osten ausgerichtet, eine große Dachterrasse eingebaut werden. Diese soll besonders in der Demenz-Behandlung Einsatz finden, so Röhrig weiter: „Geriatrische Therapie heißt auch Lebenstherapie und Demenzversorgung in der Somatik wird immer wichtiger.“ Dort sollen beispielsweise Angebote für die Patienten zur Bewegungs- und Alltagsstimulation geschaffen werden.
