Zahlreiche Menschen waren am Samstag auf dem Bahnhofsplatz versammelt. Sie schwenkten bunte Fahnen und hielten Plakate mit Aufschriften, die sich vehement gegen ein Aufrüsten sowie ein deutsches Eingreifen in Kriege stellten. „Friedensgespräche statt Wettrüsten“ und „Pace No to Nato“ war dort zu lesen. Nach einer kurzen organisatorischen Ankündigung von Matthias Marterer vom Friedensforum Osthessen, begann Stefan Nold, Autor aus Darmstadt und Friedensaktivist, seine Rede. Er sprach über die Sinnlosigkeit des Krieges, setzte sich gegen Waffenlieferungen und deutsche Kriegsbeteiligung ein und forderte auch in der Ukraine sowie im Israel-Palästina-Konflikt sofortige Waffenruhen. „Frieden muss jetzt!“, rief er seinem Publikum wütend zu: „Wenn die Teufel reiten wollen, müssen sie sich andere Esel suchen.“
Nach Nold sprach Gabi Faulhaber vom Bündnis „Friedlicher Hessentag“: „Wir wollen keinen Krieg. Wir wollen, dass die Waffen schweigen“, forderte sie und ergänzte: „Statt deutschen Waffenexporten wollen wir eine friedensorientierte Außenpolitik, Diplomatie und Verhandlungen.“ Weiter informierte sie auch über die Initiative, die sich gegen die Beteiligung der Bundeswehr auf dem Hessentag einsetzt.
Nach den Kundgebungen marschierten die Demonstranten mit einer Polizeieskorte durch die Stadt. Über die Bahnhofsstraße ging es runter zum Uniplatz, über die Rabanusstraße bis zum Stadtschloss und dann in die Friedrichstraße bis zur Stadtpfarrkirche „Unterm Heiligen Kreuz“. Dort machte der Zug für eine symbolische Aktion Halt, in der das Friedensforum das Sondervermögen und das Vorgehen der kommenden schwarz-roten Koalition kritisierte. Mit drei szenischen Bildern – einer brennenden Weltkugel, dem „Rüstungshammer“ und „Wer löffelt die Suppe aus“ – stellten sie die aktuelle politische Situation in Deutschland und deren Folgen dar.
Nach der Zwischenkundgebung ging es dann über die Mittelstraße und den Buttermarkt zum Uniplatz, wo Musiker Thomas Gabriel zum Abschluss einige Friedenslieder sang.
