Lokales FD 03.04.2025

OP-Technik der Zukunft – Klinikum Fulda präsentiert neuen Roboter

Fulda (as) – „Spannende Einblicke in die Zukunft der Medizin“: So beschrieb Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Vorstandssprecher am Klinikum Fulda, die Arbeit mit dem Operationsroboter des Typs „DaVinci X“. Am Mittwoch hatten Interessierte in der Eingangshalle des Klinikums Gelegenheit, bei einem Aktionstag OP-Roboter selbst zu steuern. Der Aktionstag läuft noch bis 16 Uhr.

Von links: Michael Wilhelm (Klinikum-Vorstand), Prof. Dr. Michael Schrauder, Dr. Thomas Menzel, Maximilian Philipp Mulfinger (Facharzt Urologie), Dr. Stefan Witzleb und Dr. Bora Kosan (Leiter Abteilung für Thoraxchirurgie) neben dem Roboter. Foto: Andreas Schellenberg

Gleich zu Beginn schauten einige Patientinnen, Patienten und Angehörige fasziniert auf die zwei aufgebauten Roboter. Sie hatten Gelegenheit, sich an die Bedienkonsole zu setzen und die vier interaktiven Roboterarme manuell zu steuern. Mehrere Fachärzte vor Ort standen bereit, um Fragen rund um die Geräte, die Anwendungsmöglichkeiten und die Lenkung zu erläutern. Menzel begrüßte die Anwesenden zum zweiten Aktionstag, den das Klinikum Fulda wegen „DaVinci X“ anbiete. Er hob hervor, dass die Nutzung des Roboters als Werkzeug viele Operationen vereinfache und gleichzeitig die minimal-invasive Arbeitsweise zu schnelleren Genesungen führe. Dadurch könnten Patientinnen und Patienten schneller wieder das Krankenhaus genesen verlassen: „Es lohnt sich für beide Seiten.“ Der Vorstandssprecher lud dazu ein, sich von den Fachleuten vor Ort das Gerät erklären zu lassen.

Die Arbeit mit dem „DaVinci X“ biete viele Vorteile, stellte Dr. med. Stefan Witzleb, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie fest: „Wir sind sehr zufrieden. Es erleichtert die Arbeit für den Chirurgen.“ Diese müssten bei Operationen nicht mehr Stunden stehen, sondern könnten im Sitzen die Arbeiten durchführen. Die mehreren Arme des Roboters seien sehr beweglich, gerade die Griffe an den Spitzen. Damit werde die Mobilität der Hand sehr gut simuliert: „Man kann unheimlich exakt operieren.“ Als Beispiele zählte er etwa Operationen in der Urologie oder bei Narbenbrüchen auf. Eine bewegliche Kamera in einem der Arme sorge zudem für ein ruhiges Bild. Die Einarbeitung erfolge mithilfe diverser Tests, berichtete der Facharzt. Ähnliche Vorteile beim OP-Roboter sah auch Prof. Dr. Michael Schrauder, Direktor der Frauenklinik des Klinikums Fulda: „Die große Stärke ist die Beweglichkeit.“ Bei komplexen Operationen, etwa wegen Senkungen im Unterbauch oder an Lymphknoten, biete das Gerät eine optimale Sicht. Durch den minimalinvasiven Eingriff sei es nicht mehr nötig, offene Operationen durchzuführen: „Das ist der größte Gewinn.“

Mehr über den „DaVinci-X“-Roboter

Das Klinikum Fulda verfügt bereits seit Anfang 2022 über einen „DaVinci-Xi“-Roboter der neuesten Generation. Dieses innovative System ermöglicht komplexe minimal-invasive chirurgische Eingriffe mit einer bisher unerreichten Präzision. Bislang kam der Roboter vorrangig in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie - vor allem bei gut- und bösartigen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie bei Erkrankungen der Bauchdecke (Hernien) sowie in der Klinik für Urologie und Kinderurologie unter anderem beim Nierenzell-Karzinom, bei Prostatakrebs und verschiedenen gutartigen Erkrankungen, vor allem am Harnleiter. Die Investition in einen zweiten „DaVinci“-OP-Roboter ermöglicht es dem Klinikum Fulda nun, diese fortschrittliche Technologie auch Patientinnen und Patienten der Frauenklinik sowie der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie zugänglich zu machen.

Der Roboter ist keine autonom agierende Maschine, die eigenständig operiert. Vielmehr handelt es sich um ein hochentwickeltes Werkzeug, das die Fähigkeiten und die Präzision der erfahrenen Chirurgen und des gesamten OP-Teams erweitert. Der Operateur behält jederzeit die volle Kontrolle über die Instrumentenarme, während das OP-Team direkt am Patienten präsent ist.

Aktionstag am Klinikum Fulda. Fotos: Andreas Schellenberg