Lokales FD 03.04.2025

Oben Strom, unten Beeren - Erster Agri-Solarpark der Region geplant

Fulda (gü) – Eine Fläche mit doppeltem Nutzen soll der Agri-Solarpark im Bereich „Am Schindgraben“ direkt an der Bahntrasse bei Maberzell werden. Die Kombination von Landwirtschaft und großer Photovoltaikanlage in dieser Form gibt es in der Region bisher noch nicht. Auf dem etwa 13 Hektar großen Areal sollen zwischen den deutlich höher als bei „normalen“ Freiflächenanlagen montierten Solarmodulen Bio-Beeren wachsen.

Symbolfoto: Pixabay

„Agri-PV ist keine Fuldaer Erfindung. Es gibt bereits in anderen Teilen Deutschlands derartige Anlagen, allerdings sind viele davon als Pilotanlagen ausgelegt“, heißt es aus Pressestelle der RhönEnergie, die den Park zusammen mit dem Flächeneigentümer plant und betreiben will: „Doch wenn das Projekt realisiert wird, ist das in der vorgesehenen Dimension durchaus ein Novum.“ Im März haben die städtischen Gremien die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans auf den Weg gebracht. „Wir sind guter Hoffnung, dass dieser Prozess noch 2025 abgeschlossen werden kann und alle involvierten Gremien zustimmen“, heißt es von Seiten der RhönEnergie: „Dann könnte das Projekt in der ersten Jahreshälfte 2026 realisiert werden.“ An der Projektgesellschaft werden voraussichtlich der Flächeneigentümer, Landwirt Philipp Hütsch aus Maberzell, sowie die RhönEnergie-Gruppe beteiligt sein.

Konkret geplant sind hochaufgeständerte Agri-PV-Anlagen mit einer Nabenhöhe von circa 2,1 Metern und einachsiger Nachführung von Ost nach West. Sie drehen sich also mit, um von früh bis spät bestmöglich in der Sonne zu stehen. Es wird erwartet, dass die Module bei einer Leistung von circa zehn Megawatt so jährlich etwa 11,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen können. „Rechnerisch entspricht dies dem Verbrauch von circa 3300 Haushalten“, ordnet die RhönEnergie ein. Der Abstand zwischen den PV-Anlagen-Reihen wird über sechs Meter betragen. So bekommen die auf dem Areal angebauten Pflanzen insgesamt noch genug Licht. Denn zwischen den Anlagen soll Beerenobst in Bio-Qualität angebaut werden – voraussichtlich Johannesbeeren.

„Der Vorteil ist die gleichzeitige Nutzung der Fläche für Landwirtschaft und Stromerzeugung – wobei die Pflanzen von der Verschattung sogar profitieren“, erläutert die Pressestelle der RhönEnergie: „Gleichzeitig werden auf der Fläche Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität ausgeführt.“ Auch für die Stadt gebe es Vorteile, denn zum einen werde die Anlage dort für Gewerbesteuereinnahmen sorgen, zum anderen sei sie ein Vorzeigeprojekt mit Ausnahmecharakter für den Klimaschutz.

 

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