Lokales FD 08.04.2025

„Neo Quartett, Danzig“ kommt nach Fulda: Musikalische Extraklasse

Fulda (pm/as) – Einen ganz besonderen Konzertabend versprechen das „Neo Quartett, Danzig“, der Bassbariton Nicholas Isherwood und der Gitarrist Jürgen Ruck dem Fuldaer Publikum am Donnerstag, den 24. April um 20 Uhr in der Kapelle des Vonderau Museums zu präsentieren mit einem vielschichtigen Programm voller musikalischer Tiefe und geballter Hochspannung.

Foto: Fotografin Malgorzata Popinigis

Foto: Jürgen Ruck

Foto: Nicholas Isherwood

Das Neo Quartett aus Danzig zählt zu den Spitzenformationen der Streichquartettszene Europas und hat sich neben der enormen Präzision insbesondere durch die einzigartige Energie seiner Interpretationen weltweit einen Namen gemacht. Der Fokus liegt auf der zeitgenössischen Musik, verbunden mit innovativen Programmkonzepten und dem Ausloten neuer Präsentationsformen von Musik. Die Musiker lieben es zu kreieren, Grenzen zu überschreiten und etablierte Muster zu durchbrechen. Besonders schätzen sie die Möglichkeit, mit Künstlern aus allen Bereichen der Kunst zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu inspirieren. Das Neo Quartett konzertiert weltweit, allein zwischen 2012 und 2022 gab es über 500 Auftritte in fast allen Teilen der Welt, unter anderem in so renommierten Konzertsälen wie der Carnegie Hall in New York und der Konzerthalle der verbotenen Stadt in Peking.

Bassbariton Nicholas Isherwood genießt einen Ruf als Topinterpret seines Fachs und hat weltweit auf praktisch allen großen Festivals und in den bedeutenden Opernhäusern des Globus die Fachwelt immer wieder mit seinen überwältigenden Aufführungen begeistert. In Zusammenarbeit mit namhaften Komponisten wie Henze, Kagel, Stockhausen, Xenakis etc. und Dirigenten wie u.a. Eötvös, Mehta, Nagano hat er inzwischen 65 CDs aufgenommen.

Jürgen Ruck zählt zu den bedeutendsten Gitarristen der Gegenwart sowohl als Solist als auch in Kammerensembles wie dem Ensemble Modern oder in Kooperation mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern und Dirigenten wie z.B. Claudio Abbado, Peter Eötvös und Simon Rattle. Er hat in intensiver Zusammenarbeit mit namhaften Komponisten die Rolle des Instruments Gitarre in der zeitgenössischen Musik entscheidend mitgestaltet. Für die Einspielung der Henze-Duos erhielt er im Jahr 2000 gemeinsam mit seiner Duo Partnerin Elena Casoli den Echo Klassik.

Im Zentrum des Programms des Konzertabends steht Detlef Heusingers Komposition „Todesfuge“ für Bassbariton, Gitarre und Streichquartett nach dem berühmten gleichnamigen Gedicht Paul Celans.

Celans Ende 1944 entstandenes Gedicht, das emblematisch für die Shoah steht und in seiner Tiefgründigkeit beispiellos ist, nutzt in seiner formalen Gestaltung deutlich musikalische Strukturelemente, die mittels Durchführungen und v.a. Permutationen bis an die existentielle Grenze ihre Intensivierung erfahren. Heusinger, der das Werk 1979/80, tief betroffen vom erstarkenden Antisemitismus innerhalb der deutschen Linken dieser Zeit schrieb, greift in seiner Komposition die Struktur des Gedichts zunächst indirekt auf und arbeitet intensiv mit musikalischen Allusionen. Ein Werk, das seine Hörerinnen und Hörer in ihrem tiefsten Innern trifft.

Dem gegenübergestellt werden die deutschen Erstaufführungen Gérard Papes „Wege zu Harmonie und Chaos – Streichquartett Nr. 5“, in dem er eine neue Spektralharmonie entwirft und aus dieser heraus neue, aus der Chaos- und Fraktaltheorie inspirierte Formungsprinzipien entwickelt und Ernst-Helmuth Flammers „Streichquartett Nr. 6“, das mit der Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Zeitebenen arbeitet sowie Hakan Ulus „Cell“ für Streichquartett. Alle Komponisten werden an diesem Abend anwesend sein und Detlef Heusinger wird zu seinem Werk „Todesfuge“ eine umfassende Einführung geben.

Die Musiker des Quartetts sind: Karolina Pi?tkowska-Nowicka (1. Violine), Pawe? Kapica (2. Violine), Micha? Markiewicz (Viola) und Krzysztof Paw?owski (Cello).

Tickets (15 Euro, ermäßigt zwölf Euro) gibt es an der Geschäftsstelle der Fuldaer Zeitung, unter der Ticket-Hotline (0661) 280 644 sowie online unter www.reservix.de und an der Abendkasse.