Beide Trainer schweifen bei den Analysen des Gegners immer wieder ins freundschaftliche Verhältnis der Vereine ab, weshalb sich Mannschaften und Zuschauer auf ein tolles Pokal-Halbfinale freuen dürfen. „Es ist immer total angenehm in Schlüchtern. Total liebe Leute, die Fans, die Vereine verstehen sich außerordentlich gut“, sagt SGOZ-Coach Rodoljub Gajic, während Schlüchterns Andreas Drews betont, „dass wir uns alle darauf freuen. Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis, ich selbst komme ja aus dem Sinntal, und wir bleiben sicher hinterher auch noch ein bisschen zusammen sitzen“.
Für die SGOZ wird es mit dem Ligaspiel am Samstag in Schwarzbach ein langes Wochenende, Schlüchtern hingegen hat an Ostern frei. Selbstvertrauen konnten wiederum beide zuletzt tanken: Die SGS gewann das Spitzenspiel gegen Johannesberg mit dem Standardergebnis von 1:0 – das achte Mal stand dieses Resultat in der Saison schon zu Buche. „Es ist ja schon ein bisschen unser Spiel: Defensiv kompakt stehen und nach vorne die Konter situativ setzen. Mehr als drei Punkte gibt es für viele Tore auch nicht“, schmunzelt Drews. Der eine oder andere hätte am Sonntagabend etwas länger gefeiert – nun geht der Bick aber Richtung Pokal.
Oberzell/Züntersbach zerlegte wiederum die SG Freiensteinau mit 4:0 und beeindruckte Coach Gajic einmal mehr: „Wir sind Mitte April Zweiter und stehen im Pokal-Halbfinale. Es ist jetzt schon eine überragende Saison, die uns heute schon keiner mehr nehmen kann. Respekt, was die Jungs jede Woche leisten – egal, wie es am Ende ausgeht“. Es war kein Chancenfestival, die SGOZ war aber brutal effektiv und kann sich aktuell bei ihren Mittelfeldspielern für die Treffer bedanken: „Sie setzen im Moment starke Akzente“. Die Stürmer um Julian und Simon Ankert belohnen sich im Moment zwar weniger mit Toren, so Gajic, „aber sie ackern wie die Pferde und zeigen unermüdlichen Einsatz“.
Das ist auch nötig, denn der SGOZ-Kader ist ohnehin dünn gestrickt. Neben den Langzeitausfällen Valentin Ankert und Robin Dorn erwischte es nun auch noch Abwehr-Jungspund Lennox Kraft: Zwei Kreuzbandrisse hatte er schon hinter sich, nun war das Knie erneut dick, ein MRT steht aus. „Wir hoffen nicht, dass es das Horror-Szenario ist“, bangt Gajic: „Das schmerzt aber wirklich, uns trifft es im Moment mit der Breitseite“.
Bleibt die Frage, was sich am Donnerstag durchsetzt: Die brutal stabile SGS-Defensive, oder eine Sinntaler Offensive, die weiß, wo das Tor steht. „Ich glaube nicht, dass es 0:0 nach 90 Minuten steht“, vermutet Gajic: „Es kann ein sehr attraktives Spiel werden, ich denke, dass wir zwei Mannschaften auf Augenhöhe sehen“. Das Hinspiel in der Liga ging mit 4:0 an Schlüchtern – damals aber noch mit Lars Jordan bei der SGS und ohne Julian Ankert bei Oberzell/Züntersbach. Gajic betont aber ganz klar, dass das Spiel keine Generalprobe fürs Wiedersehen im Titel-Endspurt im Mai sei: „Das eine ist die Liga, jetzt ist Pokal“.
Auf die Frage, welches Duell beide Coaches lieber gewinnen würden, ist die Antwort unisono: „Immer das nächste“. Drews stellt klar, „dass das ein neues Duell wird“, während Gajic anfügt, „dass wir jetzt stabilisiert sind uns natürlich ins Finale wollen. Es würde ein Duell mit einem Verbandsliga-Spitzenteam warten“.
Vorfreude also auf beiden Seiten – das Endspiel gegen Seriensieger SG Bad Soden bekommt nur einer. Diesen Leckerbissen am Donnerstag ab 19.30 Uhr sollte sich kein Fan entgehen lassen.
