Schiedsrichter Christoph Hein (Großenbach) folgte dem Wunsch des Hünfelder SV, der auf eine Verlängerung plädiert hatte, nachdem es nach 90 Minuten 2:2 stand. Angesichts der anbrechenden Dunkelheit – und das war schließlich vorhersehbar – hätte womöglich auch er die Teams direkt ins Elfmeterschießen schicken können. Stattdessen folgte eine Verlängerung ohne Flutlicht, die beiden Hälften wurden sogar noch um wenige Minuten verkürzt. Erst dann folgte der Gang auf den B-Platz, der Flutlicht besitzt – abgestreut war nichts, doch die elf Meter wurden provisorisch abgemessen. Nach fast zweieinhalb Stunden traf der letzte Hünfelder Schütze zum Finaleinzug.
„Verrückt, was hier abgegangen ist. Wir haben ja alle schon ein bisschen was erlebt, aber sowas hat noch keiner gesehen“, staunte selbst RWB-Funktionär und Platzsprecher Andreas Och nicht schlecht und war ehrlich: „Damit hatte ja auch vorher niemand gerechnet. Deshalb war es vorher nicht geklärt“. Tatsächlich stand es dann nach 90 Minuten 2:2 – dass Burghaun eine Ecke direkt verwandelt und in letzter Sekunde nochmals zum Ausgleich trifft, machte den verrückten Abend rund.
Der HSV ging spät in Hälfte eins durch ein Eigentor in Führung, hatte bis dato aber schon einige Chancen vergeben. Fabian Hutfleß gelang in Hälfte zwei dann das Kunststück, er traf per direkt verwandelter Ecke und ließ die Zuschauer toben. Es roch nach einer Sensation, ehe Nicolas Häuser fünf Minuten vor Ende zur erneuten Hünfelder Führung traf. Doch RWB hatte offenbar keine Lust darauf, zu verlieren: Felix Günther gelang mit dem Abpfiff das 2:2. „Burghaun hat das echt leidenschaftlich verteidigt, sie standen tief und haben robuste Jungs drin gehabt“, lobte auch Hünfelds Trainer Johannes Helmke: „Dazu kommt dann in so einem Spiel eben, dass wir zehn Großchancen vergeben, Latte und Pfosten treffen, und dann noch so ein Ding wie der Eckball reingeht“. Auch Burghauns Keeper Pascal Baumgart – ein ehemaliger Hünfelder – zeichnete sich aus und beeindruckte. Unter anderem in der Verlängerung, als niemand mehr etwas sehen konnte. Ein Freistoß flog auf Baumgarts Tor – „wie er den noch kurz vorher sehen und and die Latte lenken konnte, weiß ich auch nicht“, staunte Och.
Schließlich wurde auf dem B-Platz das Licht angeknipst, das Elfmeterschießen begonnen – und der HSV setzte sich nach dem Fehlschuss von Christian Bosold schließlich durch. Für Hünfeld heißt es nun Finale gegen Pfordt oder Steinbach – freuen konnte sich aber fast mehr noch der Gastgeber aus Burghaun: „Wir sind absolut stolz auf die Jungs, und sie können das auch sein. Wir haben uns hier sehr teuer verkauft, bis in die Verlängerung“, sagte Andreas Och, dem wichtig zu betonen war: „Wir wollen überhaupt keinem einen Vorwurf machen wegen der Regularien. Die sind eben so, und wir hatten selbst nicht damit gerechnet, dass sowas passieren kann“.
Burghaun: Baumgart; Bosold, Gavos, Schwalbach, Wenzel, Balzert, Heppe, Hutfleß, Tögel, Keller, Günther (Mohr, Ziergiebel, Shahidani)
Hünfeld: Pappert; Witte, Hussain, Häuser, Vogler, Uth, Kocak, Gadermann, Mulaj, Müller, Trägler (Fröhlich, Zöll, Sawatzky).
Schiedsrichter: Christoph Hein (Großenbach)
Tore: 0:1 Lorenz Wenzel (39., Eigentor), 1:1 Fabian Hutfleß (66.), 1:2 Nicolas Häuser (85.), 2:2 Felix Günther (90.)
Zuschauer: 100
Elfmeterschießen: 3:2 Marcel Schwalbach, 3:3 Max Vogler, Marius Keller scheitert an Pappert, Nils Witte über das Tor, 4:3 Jan-Luca Mohr, 4:4 Dennis Müller, 5:4 Lorenz Wenzel, 5:5 Amaar Hussain, 6:5 Martin Heppe, 6:6 Marcel Trägler, 7:6 Felix Günther, 7:7 Aaron Gadermann, Christian Bosold verschießt, 7:8 Leon Zöll
